Wanderfalken sind zurück in der Vulkaneifel

Wanderfalken sind zurück in der Vulkaneifel

Die Wanderfalken sind wieder da. Die Mitglieder der Ortgruppe Daun im Naturschutzbund (Nabu) freuen sich. Denn erstmals seit vielen Jahrzehnten hat wieder ein Paar dieser Vogelart in der Vulkaneifel gebrütet.

Daun. Für die einen ein ungemütlicher Ort, für die anderen eine Brutstätte: Ausgerechnet unter der A 1 nisteten bis vor kurzem Wanderfalken. Unter der Liesertalbrücke bei Daun-Rengen zog das Paar ein Junges groß. Laut Nabu hat der Nachwuchs mittlerweile das Nest verlassen.

Dass die seltenen Vögel Platz in der Vulkaneifel gefunden haben, ist kein Zufall. Denn 2008 hatte die Nabu-Gruppe den Bau der Liesertalbrücke als Teil der A 1 genutzt, um dort eine Nisthilfe für Falken anzubringen. "Schon bald haben wir beobachten können, dass Turmfalken die Nisthilfe zum Brüten nutzten. Erstmals in diesem Frühjahr hat jedoch ein Wanderfalkenpaar den Kasten bezogen", berichtet Hans-Peter Felten, Sprecher der Nabu-Gruppe Daun.

Nun, fünf Jahre nach dem Nisthilfenbau, freuen sich die Nabu-Mitglieder über den tierischen Zuwachs. Denn Wanderfalken waren bis vor einigen Jahren fast ganz aus Deutschland verschwunden. Und in der Region Trier sind nur sehr wenige Bruten von Wanderfalken bekannt. Dies, so Felten, sei hauptsächlich eine Folge des Einsatzes von Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), eines Insektizids, das erst in den 70er Jahren in den meisten europäischen Ländern verboten wurde. Das DDT-Verbot habe eine Erholung der Restpopulation ermöglicht, so dass allmählich eine Wiederbesiedelung der früheren Lebensräume erfolge. Dazu gehört nun auch wieder die Vulkaneifel und die Nisthilfe unter der A 1, die übrigens nicht ungewöhnlich ist. "Als felsbrütende Vögel nutzten Falken gerne die vom Menschen geschaffenen Kunstfelsen wie Brücken oder hohe Gebäude. Ohne Nisthilfe sei ein Brüten in der Regel jedoch nicht möglich", berichtet Felten.

In der Höhe der Brücke hänge der Kasten auch unerreichbar für Marder, die an Naturfelsen häufig den Wanderfalkenjungen gefährlich würden. Die Nabu-Mitglieder freuen sich schon auf ein Wiedersehen mit dem Wanderfalken: Der Vogel kehrt gerne an alte Brutstätten zurück. sts/utzExtra

Ein Wanderfalken-Weibchen bewacht seine Brutstätte unter der Liesertalbrücke bei Rengen. Foto: NABU.

Habt ihr schon einmal einen Wanderfalken (Falco peregrinus) gesehen? Wenn, dann vermutlich in einem Tierpark. Denn der Greifvogel ist sehr selten in der Natur anzutreffen. Das liegt daran, dass er durch ein Insektenmittel in Deutschland fast völlig ausgerottet ist. Inzwischen gibt es aber wieder mehr Wanderfalken. Denn das Mittel wurde verboten, und Naturschützer sorgen dafür, dass der Vogel auch an Gebäuden brüten kann, indem sie Nisthilfen aufhängen. Normalerweise brüten Wanderfalken an Felsen. Sie ernähren sich von kleinen bis mittelgroßen Vögeln. Sie erjagen iher Beute in der Luft. red

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