Wandern entlang der sauren Quellen

Wandern entlang der sauren Quellen

Nach längerer Pause wieder auf der Tagesordnung: Der Stadtrat Daun befasst sich heute mit dem Thema Kurpark. Viele Details, die in der Vergangenheit für Streit gesorgt haben, sind vom Tisch. Neu ist die Einrichtung eines Dreeswanderwegs.

Daun. Still ist es geworden in den vergangenen Monaten um das Projekt Umgestaltung des Dauner Kurparks. Noch vor etwas mehr als einem Jahr war das noch deutlich anders: Das Thema war so kontrovers wie kaum anderes im Stadtrat (und darüber hinaus) diskutiert worden.

Kaum Veränderungen möglich: Vieles von dem, was ursprünglich geplant war, ist längst gekippt. Beispielsweise die riesige Gießkanne, die am Eingang zum Kurpark stehen sollte - gestrichen. Ebenfalls vorgesehen: Der Teich im Kurpark sollte vergrößert werden - gestrichen, bedingt unter anderem wegen der Heilquellenschutzverordnung für das Areal rund um den Dauner Sprudel. Sie erlaubt es nicht, dass schwere Baumaschinen auf dem Gelände zum Einsatz kommen. Große Veränderungen sind damit ausgeschlossen.
Mit dem neuen Konzept ist nicht wieder bei null begonnen worden, aber es unterscheidet sich doch deutlich von dem, was zu teilweise sehr emotionsgeladenen Diskussionen geführt hat. Am Ziel hat sich nichts Grundlegendes geändert: Attraktiver soll es werden, das in die Jahre gekommene Areal vom Dauner Sprudel bis zum Stadtteil Gemünden, um künftig mehr Einheimische und Touristen dorthin zu locken.
Weg zu den Geschenken des Vulkanismus: Aber nicht nur dorthin: Integriert werden ein neuer Rundweg zu den markantesten Punkten der Stadt mit neuen Panoramablicken sowie ein Weg, der zu den in Daun noch vorhandenen fünf Sauerbrunnen (im Volksmund Drees genannt) führt (siehe Extra). Zur Freude von Alois Mayer, Regionalhistoriker und Geschäftsführer der Eifelvereinsortsgruppe Daun: "Das ist ein langgehegter Wunsch. Ich arbeite schon seit geraumer Zeit daran, dass ein solcher Dreesquellen-Wanderweg entsteht, der zu diesen besonderen Geschenken des Vulkanismus führt. Schön, dass er nun Eingang in dieses Konzept findet."
Die Planer, darunter die bekannte Gartenbauexpertin Heike Boomgaarden, setzen ohnehin auf das Thema Wasser, das aus ihrer Sicht bislang in Daun "unzureichend bearbeitet" werde. Das soll unter anderem mit der Einbeziehung des Dreese anders werden. Statt neuer Attraktionen zu schaffen, will man künftig die "versteckten Schätze" ins Bewusstsein rücken.
Apropos Wasser: Im Kurpark selbst bleibt die Größe des Teichs unverändert, aber die teilweise vorhandene Betonumrandung soll verschwinden.
Die Kosten des neuen Konzepts werden in der heutigen Sitzung genannt. In der ursprünglichen Variante von 2010 waren Netto-Kosten von gut 500 000 Euro aufgelistet, wurden dann aber auf 420 000 Euro reduziert, mit einem Eigenanteil von etwa 40 000 Euro für die Stadt.
Das Konzept wird heute dem Dauner Stadtrat präsentiert. Wer sich aus erster Hand über die Zukunft des Kurparks und die Einrichtung der neuen Wege informieren will, hat in der heutigen Sitzung Gelegenheit. Sie ist öffentlich und beginnt um 17 Uhr im Forum Daun.

Liebe Leser, braucht Daun einen neu gestalteten Kurpark oder nicht? Schreiben Sie uns an
eifel-echo@volksfreund.de
(Name und Wohnort bitte nicht vergessen).
Meinung

Weniger ist mehr
Dass weniger mehr sein kann, beweist das neue Kurpark-Konzept. Statt mit großem Aufwand ein Areal zu schaffen, das nur bedingt mit dem Charakter der Stadt Daun und ihrer Umgebung zu tun gehabt hätte, besinnt man sich unter anderem auf längst vorhandene, teilweise in Vergessenheit geratene markante Punkte - wenn auch nicht ganz freiwillig. Auf jeden Fall ist das, was nun entstehen soll, alles eine Nummer kleiner, bescheidener, ein Konzept, das der Stadt gut ansteht. Wie gesagt: Manchmal ist weniger eben einfach mehr. s.sartoris@volksfreund.deExtra

Drees, vom keltischen Wort "thriasan" hergeleitet, ist ein kohlensäurehaltiger Sauerbrunnen (Säuerling), der meist wohlschmeckendes Mineralwasser enthält. Viele der Dreesquellen werden industriell von Mineralwasserfabriken genutzt. Aber es gibt - auch in Daun - etliche, die frei zugänglich sind und aus denen getrunken werden kann. sts

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