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Warmbadsanierung doppelt so teuer wie erwartet

Warmbadsanierung doppelt so teuer wie erwartet

Der ursprüngliche Plan, nach dem Hallenbad auch das im gleichen Gebäude befindlichen Warmwasserbad zu modernisieren, könnte bald auf dem Prüfstand stehen. Nach TV-Informationen werden die Kosten bis zum Doppelten dessen, was bisher geschätzt war, ausfallen.

Daun. Nach mehr als einem Jahr Schließung kehrt ins Hallenbad Daun langsam der Alltag wieder ein. Noch sind einige Arbeiten zu erledigen, aber aus der großen ist eine kleine, überschaubare Baustelle geworden. Aber mit der Sanierung des Gebäudes, der großen Schwimmhalle und der Umkleideräume ist das Hallenbad noch nicht auf dem neuesten Stand, steht doch die Sanierung des Warmwasserbads im Untergeschoss noch aus. Ob dieses spezielle Bad (siehe Extra) aber wirklich eine Zukunft hat, darüber dürfte in Kürze erneut diskutiert werden. Denn nach TV-Informationen könnte die Sanierung doppelt so teuer werden bislang veranschlagt. Eine Summe von rund 700 000 Euro war bislang Grundlage der bisherigen Vereinbarungen, nun aber kursiert eine aktuelle Kalkulation mit einer deutlich anderen Größenordnung: Von 1,3 bis 1,5 Millionen Euro ist die Rede. Eine Summe, die der Kreis derzeit nicht bestätigen will. Die Verwaltung verweist auf ein Treffen Ende des Monats, bei dem die Planer die Kostenkalkulation vorstellen wollen. Zwar ist die Stadt Besitzerin des Bads und die VG für den Betrieb verantwortlich, federführend bei dem Projekt aber ist der Kreis. Hintergrund: Die Schließung des Warmbads war schon vor Jahren so gut wie besiegelt, weil die Stadt als Besitzerin die hohen Unterhaltungskosten nicht mehr tragen wollte. Dagegen erhob aber das St.-Laurentius-Förderzentrum Daun in Trägerschaft des Kreises Einwände. Die Schulleitung wies darauf hin, dass das Warmbad für pädagogische Arbeit mit Kindern mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen unverzichtbar sei. Die Schule selbst hat keine entsprechende Einrichtung, beim Neubau vor gut zehn Jahren wurde darauf mit Blick auf das vorhandene Warmbad im Hallenbad verzichtet. Wegen dieser speziellen Situation wurde der Beschluss, das Bad zu schließen, wieder aufgehoben, und Kreis, VG und sowie die Stadt vereinbarten eine Kostenverteilung. Zwei Drittel Kreis, ein Drittel VG/ Stadt war die Formel, unterstützt mit Geld vom Land, das eine Förderung in Aussicht gestellt hat. Dieser Schlüssel basierte aber noch auf den alten Kostenschätzungen. Wolfgang Jenssen, der als Stadtbürgermeister, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und Mitglied des Verbandsgemeinderats Daun mit dem Thema auf drei Ebenen konfrontiert ist, will die kursierenden Zahlen nicht bestätigen, räumt aber ein, dass eine deutliche Kostensteigerung zu erwarten ist. "Es ist abzuwarten, was an konkreten Zahlen auf den Tisch kommt. Ich gehe aber davon aus, dass das Thema unter völlig neuen Voraussetzungen diskutiert werden muss. Das Vorhaben wird auf den Prüfstand gestellt." Meinung

Alternative gefragtAngesichts der möglichen finanziellen Größenordnung - bis zu 1,5 Millionen Euro - für die Sanierung des Warmbads stellt sich die grundsätzliche Frage: Wer will und vor allem wer kann sich das leisten? Auch wenn sich das Land an dem Vorhaben beteiligt, wäre die restliche Summe weder für den Kreis noch für die Verbandsgemeinde und erst recht nicht für die Stadt eine Kleinigkeit. So wünschenswert und für das Förderzentrum erforderlich ein solches Bad auch ist, darf es aber keinen Erhalt um jeden Preis geben. Zügig sollte geprüft werden, ob das stadteigene Mineralbad im ehemaligen Kurmittelhaus eine Alternative für alle Anforderungen sein könnte. s.sartoris@volksfreund.deDas Warmwasserbad in Daun ist beim Bau des Hallenbads Anfang der 1970er Jahre entstanden. Damals gehörte ein solches Bad zur Ausstattung eines Kurorts wie Daun. Das Wasser im Warmbad hat aus therapeutischen Gründen eine Temperatur von 33 Grad, einiges höher als die im Hallenbad. Genutzt wurde es vor allem von der Förderschule Daun, aber auch vom Kneippverein, von der DLRG und von privaten Gruppen. sts