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Was nach der Flut in der VG Gerolstein bislang gezahlt und erneuert wurde

Hochwasser : Sehr viel kaputt, viel wiederaufgebaut, aber noch einiges zu tun

Gerolstein So langsam, zehn Monate nach der katastophalen Flut, mehren sich die Meldungen, dass wieder Alltag einkehrt – in den Firmen, bei Privatleuten, was die Nutzung beschädigter Infrastruktur angeht.

Doch es ist immer noch viel zu tun, um den Zustand vor dem 14. Juli 2021 herzustellen. Und es passiert auch aktuell vielerorts noch einiges, um Schäden zu reparieren, Treibgut zu beseitigen.

Im Landkreis Vulkaneifel war die Verbandsgemeinde Gerolstein am stärksten von der Flut betroffen. In zahlreichen Gemeinden entlang der Kyll wurde unvorstellbarer Schaden angerichtet. Auf Anfrage teilt die Kreisverwaltung Vulkaneifel mit: „Die Schäden an kommunalen Einrichtungen wurden im Landkreis Vulkaneifel auf insgesamt rund 18,8 Millionen Euro geschätzt.“ Bei den Firmen lag die Summe noch deutlich höher: Eine Umfrage unter betroffenen Firmen entlang der Kyll (vor allem im Oberen Kylltal) kurz nach der Katastrophe hat ergeben, dass sie mit Schäden von rund 50 Millionen Euro rechnen – durch die Überschwemmung an sich und die damit verbundenen Schäden an Bausubstanz, Installationen, Maschinen und Material sowie dem wochenlangen Produktionsstopp samt der Verdienstausfälle. Und das alleine bei den großen Firmen sowie in einem Abschnitt von gerade einmal 20 Kilometern. Hinzu kommen die unbezifferten Schäden bei Kleinunternehmern sowie an privater Infrastruktur wie Häusern, Wohnungen, Garagen, Höfen, Gärten.

Doch es gab auch Unterstützung. So sagt eine Sprecherin der Kreisverwaltung: „Im Rahmen der Soforthilfe Hochwasser des Landes wurde an 224 Unternehmen ein Betrag von jeweils 5000 Euro ausgezahlt, zusammen demnach 1,12 Millionen Euro. An staatlicher Soforthilfe für Privatpersonen wurden insgesamt gut 1,5 Millionen Euro ausgezahlt. Der Landkreis Vulkaneifel hatte zudem über die Bürgerstiftung des Kreises ein Spendenkonto für Flutopfer eingerichtet, von dem bisher gut 2,2 Millionen Euro ausgezahlt wurden.“ Ansonsten galt/gilt: Wohl dem, der eine Elementarschadensversicherung hat.

Die wohl größte Beeinträchtigung ergibt sich aus der starken Zerstörung der Eisenbahnstrecke zwischen Köln und Trier. Nach Angaben eines Bahnsprechers soll diese frühestens Ende 2023 wieder befahrbar sein – aktuell ist die Bahnstrecke in Richtung Köln ab Euskirchen wieder befahbar, ab 12. Juni soll dies dann auch ab Kall wieder möglich sein. Von Trier geht es seit Jahresbeginn wieder bis nach Auw an der Kyll, Ende Mai soll auch Kyllburg wieder erreichbar sein. Bis Gerolstein wieder angefahren werden kann, wird somit noch einige Zeit ins Land gehen. Für die noch immer kaputten Streckenabschnitte ist ein Busverkehr eingerichtet.

Aktuell sieht man vielerorts Trupps, die Schäden beseitigen. So wird nahe Kyllburg das Gleisbett mit schwerem Gerät wieder mit Schotter aufgefüllt, wie es nahe Lissingen bereits geschehen ist. In Mürlenbach wird das gesammelte Treibgut zu Holzhackschnitzeln verarbeitet, nahe Densborn wird mit Baggern der Flusslauf der Kyll unter einer Brücke wieder in Bahnen gelenkt. Doch es ist noch viel zu tun.