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Wasserpreis bleibt stabil – aber nicht für alle

Kostenpflichtiger Inhalt: Wasserversorgung : Wasserpreis bleibt stabil – aber nicht für alle

Trotz Fusion zur neuen Verbandsgemeinde Gerolstein bleiben die Wasserwerke der drei ehemaligen VGen bis mindestens 2026 getrennte Einrichtungen. Deshalb zahlen nur die Verbraucher der Oberen Kyll die Investitionen in das dortige Leitungsnetz.

Das Landesgesetz zum am 1. Januar 2019 erfolgten Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Obere Kyll, Hillesheim und Gerolstein zur neuen VG Gerolstein schreibt vor, dass die Werke noch insgesamt zehn Jahre lang als getrennte Einrichtungen behandelt werden können.

„Die Fusionspartner haben es sich zum Ziel gesetzt, Gebühren und Entgelte in einem Zeitraum von acht Jahren zu harmonisieren“, sagt VG-Werkleiter Harald Brück. In dieser Zeit werden für die drei Bereiche weiterhin unterschiedliche Tarife gelten: Eine Beispielrechnung der Gerolsteiner Werke, die anhand des Wasserverbrauchs eines durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalts erstellt wurde, zeigt auf, wie unterschiedlich die Kosten für Wasser und Abwasser in der neuen Verbandsgemeinde verteilt sind. Danach zahlt die Durchschnittsfamilie mit einem jährlichen Verbrauch von 140 Kubikmetern (sowie 126 Kubikmetern Schmutzwasser) und einem Grundstück von rund 700 Quadratmetern im Bereich der ehemaligen VG Gerolstein zurzeit etwa 560 Euro, in Hillesheim rund 637 Euro und an der Oberen Kyll rund 692 Euro pro Jahr.

Die gute Nachricht für alle: „2020 werden die Beiträge nicht erhöht“, sagt Brück. Die schlechte Nachricht für die Verbraucher im Bereich der Oberen Kyll: „Aufgrund der Neuordnung der Wasserversorgung im Tarifbereich der Oberen Kyll und der Kosten, die dadurch entstehen, werden die Preise dort voraussichtlich ab 2021 angehoben.“ Die Baukosten des Projektes liegen laut den Werken bei insgesamt 7,2 Millionen Euro, mit dem Bau des neuen Herzstückes der Versorgung, dem Hochbehälter Schüller, wurde bereits 2018 begonnen. Inzwischen gehe das Vorhaben – mit allen nötigen Versorgungsleitungen und Pumpstationen – in die Endphase, sagt Harald Brück.

Die Wasserrechnung einer Durchschnittsfamilie im Tarifbereich der ehemaligen VG Obere Kyll wird in den kommenden Jahren die Haushaltskasse schmälern: Nach Abschluss aller Baumaßnahmen werden dort laut einer Hochrechnung der VG-Werke bei gleichbleibendem Verbrauch 754,69 Euro statt wie bisher 691,78 berechnet. Die Differenz zur Jahresendabrechnung einer Gerolsteiner Beispielsfamilie beträgt damit 194,52 Euro mehr pro Jahr.

Wie sich die Kosten für den Neubau der geplanten Wasserleitung zwischen Hillesheim und Birgel verteilen werden, die rund eine Million Euro kosten soll, sei noch nicht abschließend geklärt, sagt Brück: „Dies ist davon abhängig, in welcher Höhe die beim Land beantragten Zuschüsse bewilligt werden.“

Die neue Leitung wird gebaut, um den nitratbelasteten Birgeler Brunnen unbelastetes Wasser zuzuführen. Die Brunnen sind das Rückgrat der Neuordnung für die Wasserversorgung der Oberen Kyll.