Wassertretbecken im Kyllpark Gerolstein wegen Algenbefalls weiter nicht nutzbar.

Infrastruktur : Sonne ist da, Algenteppich auch noch

Das Wassertretbecken im Kyllpark Gerolstein weiterhin nicht nutzbar. Die Stadt bemüht sich um eine Lösung.

Einstimmig hat sich der Bauausschuss der Stadt Gerolstein dafür ausgesprochen, dass die von Algen und Schlamm zugesetzten Becken – ein Wasserspielbecken für Kinder und das Kneipp-Tretbecken direkt an der Kyll – im neuen Kyllpark in Gerolstein von den Stadtarbeitern gereinigt werden sollen.

Zudem sollen dauerhafte Lösungen gefunden werden, damit die Anlagen künftig wieder genutzt werden. Derzeit ist es nämlich so, dass die Besucher, die angesichts des schönen Wetters in Scharen den Park besuchen, besagte Becken meiden.

So sagte denn auch SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Schneider: „Wir haben Sommerwetter, und die Gäste kommen zuhauf. Ich appelliere an die Stadtspitze und das Planungsbüro, eine schnelle Lösung herbeizuführen!“

Zuvor wurde im Ausschuss lang und breit über verschiedene Möglichkeiten gesprochen, wie Abhilfe geschaffen werden könne.

Dazu war eigens Sebastian Reihsner vom gleichnamigen Planungsbüro aus Wittlich gekommen, unter dessen Federführung der Park entstanden ist, um Rede und Antwort zu stehen. Zum Kinderbecken sagte er: „Man wird wohl nicht drum herumkommen, das Becken jeweils nach Hochwasser, durch das es ja verunreinigt worden ist, zu reinigen und insgesamt die Zuflussmenge an Wasser zu erhöhen.“ Damit sollte das Problem aber in den Griff zu kriegen sein.

Etwas schwieriger scheint eine Lösung für das natur- und ufernahe Wassertretbecken zwischen kleiner Kyllbrücke und Kyllweg zu sein. Weil sich dort vermehrt Algen sammeln und das Becken eher einem Tümpel gleicht, wird es nur noch von den Enten für ein Bad genutzt. Reihsner schlug vor: „Wir sollten dort mal probeweise für vier Wochen eine Pumpe reinhängen und mehr Wasser zuführen, damit mehr Sauerstoff ins Becken kommt. Dann geht auch die Algenbildung zurück.“

Wie sich im Verlauf der Diskussion und auf Nachfrage von Heinz Weber (FWG) ergab, ist dort bereits eine Pumpe installiert, wohl aber zu gering dimensioniert. Nun solle geprüft werden, ob durch wenige Handgriffe der Wasserzufluss erhöht werden kann. Falls nicht, müsse über andere Lösungen nachgedacht werden. Große Steine in der Kyll, durch die Flusswasser eingeleitet wird, und ein Teller, auf den das Frischwasser spritzt und so mehr Sauerstoff erzeugt, sind genannt worden.

Reihsner schlug nach vorherige Beratung durch eine Fachfirma eine spezielle Behandlung des Beckens vor, die im akuten Fall mehrfach, künftig dann aber nur noch ein Mal gemacht werden müsste. Zur Kostenübernahme sagte er nichts.

Tim Steen (Bündnis 90/Die Grünen), der das Thema Algenbefall bereits vor drei Monaten auf die Tagesordnung gebracht hatte, zeigte sich ungehalten: „Ich bin sehr unzufrieden: Wir haben das Problem bereits im Januar angesprochen. Jetzt haben wir Mitte April, bestes Wetter, und erfahren immer noch nicht genau, was wir tun sollen.“

Zudem könne nicht sein, dass die Stadt dauerhaft Unterhaltungskosten übernehmen solle, „wo es sich meines Erachtens nach klar um einen Planungs- oder Ausführungsfehler handelt, wodurch wir nun diese Probleme haben“. Schließlich habe sich die Stadt auf das Planungsbüro verlassen.