Weg mit den Baumstümpfen

Weg mit den Baumstümpfen

Arbeiten werden fortgesetzt: Auf dem ehemaligen Areal der Standortverwaltung in Gerolstein werden derzeit Unmengen von Baumstümpfen samt Wurzelwerk beseitigt, damit das Erdreich anschließend nach Weltkriegsmunition abgesucht werden kann. Bis zum Spätsommer soll dort für vier Millionen Euro ein neuer Kindergarten entstehen.

Gerolstein. Wie auf einem Schlachtfeld sieht es derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (Stov) aus: In der Mitte türmen sich unzählige Baumstümpfe samt massivem Wurzelwerk voller Erdreich auf, gleich nebenan sind die Bauarbeiter eventuell auf eine verschüttete Grotte gestoßen, von der jetzt aber nur noch Gesteinsbrocken zeugen. Quer durchs Gelände haben die Baufahrzeuge tiefe Furchen gezogen, und ringsum schauen noch immer etliche Baum stümpfe aus dem Boden, die ebenfalls noch beseitigt werden müssen.

Schließlich war das laut Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) eine Auflage in der Baugenehmigung für den Kindergarten, dessen Kosten von ursprünglich knapp drei auf nunmehr vier Millionen Euro gestiegen sind (der TV berichtete mehrmals). Denn, so Schwartz: "Die Bäume wurden alle gefällt, weil das Gelände noch großflächig nach Kampfmitteln abgesucht werden muss. Damit das aber zuverlässig möglich ist, müssen nun auch noch die ganzen Baumstümpfe entfernt werden." Dass anschließend noch die ein oder andere Bombe oder Granate auf dem Areal des ehemaligen Krakenhauses gefunden wird, ist nach Ansicht des Stadtbürgermeisters sogar wahrscheinlich. Inwiefern das die Zeitplanung verschiebe, sei aber noch nicht abzusehen.

Öffnung zum 1. August eher unwahrscheinlich



Schon jetzt gilt es eher als unwahrscheinlich, dass der Kindergarten zum 1. August öffnen wird. Zu diesem Termin müssen nach der Vorgabe des Landes die Kommunen Plätze für Kinder unter zwei Jahren bereitstellen. Die Stadt hat sich daher gegen die Sanierung des Kindergartens Lindenanlage und für einen Neubau auf dem ehemaligen Stov-Areal entschieden.

Bauunternehmer Siegfried Ney aus Gerolstein, der den Auftrag für die Entfernung des Wurzelwerks erhalten hat, kümmert sich nicht um das Große und Ganze, sondern konzentriert sich nur auf seine Aufgabe. Er ist froh, dass "nach dem langen Winter nun endlich wieder gearbeitet werden kann".

Und er hat noch einiges zu tun. Er berichtet: "Wir haben jetzt schon rund 15 LKW-Ladungen mit Baumstümpfen weggefahren, und es werden bestimmt noch einmal doppelt so viele." Schließlich könnten pro Tour nicht mehr als drei bis vier Baumstümpfe aufgeladen werden, da das Material sich sonst zu verkeilen drohe und nicht mehr gut abgekippt werden könne. Und Stillstand habe er in den vergangenen Wochen wegen des vielen Schnees schon genug gehabt.