Wegen Steinschlags: Stadt Gerolstein überlegt, Zugang zur Löwenburg zu sperren

Denkmal : Stadt überlegt, den Zugang zur Löwenburg zu sperren

Steine haben sich aus der Schildmauer gelöst und sind auf den Gehweg gestürzt. Da eine rasche Sanierung am Geld scheitert, wird nun über provisorische Sicherungsmaßnahmen nachgedacht.

Die Löwenburg ist ein beliebtes Ausflugsziel von Einheimischen und Gästen. Verständlich: Denn die im 11. Jahrhundert erbaute und im 13. Jahrhundert deutlich erweiterte Burg Gerhardstein, besser als Löwenburg bekannt, bietet erstens einen schönen Anblick und ist ein netter Ort zum Verweilen.

Zweitens bietet sich von dort oben ein herrlicher Ausblick über Gerolstein mit seinen markanten Felsformationen Auberg und Munterley auf der anderen Kyllseite, der St.-Anna- und der Erlöserkirche sowie  über das Kylltal und die Vulkaneifel bis hin an die belgische Grenze.

Doch damit, diesen Ausblick zu genießen, könnte schon bald Schluss sein. Denn nach dem jüngsten Frost haben sich Steine aus der Schildmauer gelöst und sind aus einigen Metern Höhe auf den Gehweg gekracht. Das haben die Anwohner der Stadt gemeldet. Verletzt worden sei dabei glücklicherweise niemand. Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) sagt aber: „Es waren zum Teil faustdicke Steine, die aus vier bis fünf Metern heruntergekracht sind. Man will sich gar nicht ausmalen, was da hätte passieren können.“

Die Stadt hat nach Auskunft von Bongartz daraufhin sofort ein Warnschild aufgestellt. Dennoch betont der Stadtbürgermeister „Wenn weiterer Steinschlag erfolgt, machen wir den Zugang für die Öffentlichkeit dicht, denn die Stadt hat die Verkehrssicherungspflicht und somit bin ich letztlich verantwortlich.“

Zunächst würden aber alternative Sicherungsmaßnahmen geprüft, etwa ein Gerüst mit einen engmaschigen Netz über dem Torbogen, durch den die Besucher das Denkmal betreten, denn: „Die Löwenburg ist ein beliebtes Ausflugsziel, da würde es uns schon sehr schwerfallen, dieses zu sperren“, so Bongartz.

Direkt nach dem Vorfall habe die Stadt zudem Kontakt zu den zuständigen Stellen aufgenommen – der Unteren Landesdenkmalschutzbehörde bei der Kreisverwaltung und der Generaldirektion Kulturelles Erbe –, um abzuklopfen, ob eine rasche Sanierung möglich sei und mit welchen Zuschüssen die Stadt rechnen könne. Denn, sagt der Stadtbürgermeister: „Ohne finanzielle Hilfe können wir das nicht stemmen.“

Doch die bisherigen Antworten waren ernüchternd. Die Kreisverwaltung hat betont, dass der Stadt die Verkehrssicherungspflicht obliegt. Zudem bittet sie nach Auskunft des Stadtbürgermeisters um eine Aufstellung der beabsichtigten Sanierungsmaßnahmen und der zu erwartenden Kosten.

„Dafür müssen wir aber erst einmal ein Gutachten erstellen lassen“, sagt Bongartz und verweist auf die damit verstreichende Zeit. Und von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz hieß es, dass ein Zuschuss durchaus möglich sei, die Antragsfrist für Vorhaben in 2019 aber bereits am 31.10 2018 abgelaufen sei. Dazu sagt Bongartz: „Woher sollen wir denn im Vorfeld wissen, dass so etwas passiert.“ Auf jeden Fall prüfe die Stadt, ob es auch raschere Sanierungsmöglichkeiten gibt.

Zwischen 2008 und 2011 ist die gesamte Burgruine saniert, sind die Hänge ringsum mit Stahlnetzen gesichert worden, damit keine losen Steine die Anwohner und Passanten unterhalb der Burg gefährden – mit einer Summe von rund 1,3 Millionen Euro vom Land. Dabei ist auch die mächtige, mehr als einen Meter dicke Schildmauer, wo sich auch das Eingangstor der Löwenburg befindet, grundlegend ausgebessert und gesichert worden.