Wehrhaftes Hillesheim

Kreisweit hat sich die Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim im vergangenen Jahrzehnt im Vergleich aller fünf VG bei der Bevölkerungsentwicklung am besten behauptet: Ihre Einwohnerzahl ist zwischen 1999 und 2009 nur um 0,8 Prozent geschrumpft.

Hillesheim. Sie ist zwar bezogen auf die Bevölkerung nur die zweitkleinste aller fünf Verbandsgemeinden im Kreis und wird im Zuge der Kommunalreform auch nicht eigenständig bleiben. Aber dafür ist sie die bislang wehrhafteste. Die VG Hillesheim hat zwar ebenso wie ihre vier Nachbar-VG im Kreis seit 1999 an Bevölkerung verloren, aber mit 0,8 Prozent relativ wenig. Zum Vergleich: VG Daun (3,9 Prozent), VG Obere Kyll (4,4), VG Gerolstein (4,5), VG Kelberg (6,1).
Ende 2010 lebten im Hillesheimer Land 8622 Einwohner, 2020 sollen es noch 8293 sein. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in der VG immer älter wird. 2010 waren 22,4 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter, 2020 werden das laut Prognose bereits 23,9 Prozent sein. Das liegt dann aber immer noch unter dem Kreisdurchschnitt von 25 Prozent. Spitzenreiter in diesem Punkt wird dann die VG Obere Kyll mit 29,1 Prozent sein.
Für Heike Bohn, seit 2004 Bürgermeisterin der VG Hillesheim, hat die VG "sehr gute Voraussetzungen, um dem demographischen Wandel erfolgreich zu begegnen". Das Rezept, um viele Menschen in die Region zu locken oder dort zu binden, bestehe aus "einem Mix vieler Faktoren". Sie zählt auf: die verkehrsgünstige Lage durch die Nähe zur A1 in Richtung Köln, das positive Image der Beispielstadt und des Marktorts Hillesheim, das günstige Bauland in der Stadt und den umliegenden Dörfern, die vielen mittelständischen Unternehmen, die Jobs und Ausbildungsplätze anbieten, das weit über die Region hinaus bekannte Existenzgründerzentrum Higis, das gute Angebot an Kindertagesstätten, Grundschulen und der Realschule plus Hillesheim, die alle Ganztagesbetreuung anbieten, und der hohe Wohn-, Erholungs- und Freizeitwert sowie die steigende touristische Attraktivität durch Krimiangebote und Eifelsteig des Hillesheimer Landes.
Investitionen in die Infrastruktur


Darüber hinaus gibt es "Baustellen", an denen gearbeitet wird. Bohn sagt: "Wir versuchen intensiv, die vorhandene Infrastruktur zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Wenn jetzt beispielsweise noch das Gemeindehaus in Niederehe fertiggestellt ist, gibt es überall Dorfgemeinschaftshäuser, in denen das Miteinander gepflegt werden kann. Und noch in diesem Jahr werden viele unserer Dörfer über ein Glasfaserkabel mit einer leistungsstarken Breitbandanbindung versorgt." Zudem werde über "generationenübergreifende Wohnformen" und "kommunale Förderprogramme nachgedacht, um alte Bausubstanz für junge Menschen attraktiv zu machen". Bahnbrechende Erfolge gab es da bislang allerdings noch nicht zu vermelden.
Auch wenn es die Verbandsgemeinde Hillesheim im Jahr 2020 aller Voraussicht nach nicht mehr in ihrer jetzigen Form geben wird, gibt sich Bohn optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass 2014 zur Kommunalwahl eine neue, größere Verbandsgemeinde - hoffentlich mit Verwaltungssitz in Hillesheim - gebildet wird. Und ich hoffe, dass sie 2020 dann schon sechs Jahre gut und erfolgreich arbeitet und bereits ein bisschen zusammengewachsen ist."

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