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Weit und breit einmalig

Weit und breit einmalig

Das private Telefon- und Rundfunkmuseum in Pelm stellt für viele Besucher eine Überraschung dar.

Gerolstein (bb) Die in Rot auf Emaille gedruckte Aufforderung "Fasse dich kurz" stammt aus der Zeit, als es noch keinen Zeittakt für Ortsgespräche und kaum private Telefonanschlüsse gab.
Denn vor 1980 konnten die Gespräche in Telefonzellen beliebig ausgedehnt werden, und so bildeten sich Schlangen, wenn sich der Telefonierende auch nicht an dem Zusatz "Nimm Rücksicht auf Wartende" störte. Diese Zeiten sind passé. Bis heute wird "Fasse dich kurz" allerdings im Volksmund verwendet, um jemanden zur Kürze zu mahnen. In der Gerolsteiner Hauptstraße, am Haus Nummer 72, steht neuerdings "Fasse dich kurz" ganz oben auf einem Banner. Es folgt die Empfehlung, sich aber im Gegenteil Zeit zu lassen für Heribert Schirmers Telefon- und Rundfunkmuseum mit über 1000 Exponaten aus mehr als 100 Jahren. "Die Sammlung ist weit und breit einmalig", sagt Regionalhistorikerin Thea Merkelbach aus Pelm. Sie ist die Initiatorin des Banners. Der Unternehmer Carsten Bell und seine Mitarbeiter André Lucke und Dolf Schäfer befestigen das Schild mit Hilfe eines Teleskopladers befestigten. Seit seiner Ausbildung zum Fernmeldehandwerker sammelt der heute 81-jährige Heribert Schirmer Telefonapparate und Rundfunkgeräte. Vor 15 Jahren stellte ihm die Stadt Gerolstein in ihrem ehemaligen Verwaltungsgebäude in der Hauptstraße 72 Räume zur Verfügung. Dort zeigt er nun dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr seine Schätzchen - natürlich auch das Schild mit dem Aufdruck "Fasse dich kurz".
Wer darüber hinaus einen Termin vereinbaren möchte, wählt die Nummer 06591/4122. Und von welchem Telefonapparat hebt Heribert Schirmer dann zu Hause den Hörer ab? "Im Porsche-Design", sagt er lachend. "Das gefällt mir persönlich am besten."