Weit und breit einmalig

Weit und breit einmalig

Leon Balter aus Hillesheim hat die Fabel "Die Grille und die Ameise" in den Walsdorfer Dialekt übertragen und ist mit seinem Vortrag Kreissieger im Mundart-Wettbewerb geworden. Der Zwölfjährige ist Schüler des St.Matthias-Gymnasiums (SMG) Gerolstein.

Hillesheim. (bb) Die Antwort auf die Frage, warum ein Hillesheimer Junge, der in Gerolstein zur Schule geht, so gut Walsdorfer Platt spricht, gibt Leon Balter ohne Zögern. "Weil meine Oma in Walsdorf lebt", erzählt er dem Trierischen Volksfreund. Mit Oma Franziska Schöppner spricht Leon nur Platt. Und Opa Hans? "Der stammt aus dem Ruhrgebiet und kann das Eifeler Platt immer noch nicht richtig", erklärt Leon. Dass es noch einen weiteren guten Grund gibt, warum er so oft bei den Großeltern in Walsdorf ist, kommt bei der Frage nach seinen Hobbys zur Sprache.

Er interessiert sich sehr für Landmaschinentechnik, und auch da kommen Franziska und Hans Schöppner ihrem Enkel mit ihrer kleinen Landwirtschaft sehr entgegen. Und es gibt noch jemanden, mit dem Leon Balter nur Platt spricht; das ist der Schulbusfahrer Alois Mauer aus Zilsdorf. Von dem Mundart-Wettbewerb hatte der Sechstklässler in der Schule erfahren. Seine Deutschlehrerin am SMG, Manuela Bauer, hatte ihm die von der Mundartkennerin Wilma Herzog (Gerolstein) nach Marie de France verfasste Fabel "Die Grille und die Ameise" mit dem Hinweis gegeben, dass sich in der Mundart die Satzstellung ändern könne und es auf möglichst viele echte Mundartausdrücke ankomme.

So hatte Leon die Grille in "de Zirbs" und die Ameise in "de Sejomes", das Wort "heute" in "höcke" und den Ausdruck "ich bin sehr beschäftigt" in "ech sen verlade" umgewandelt. Der Junge las schließlich die Walsdorfer Fabelversion beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs der Sechstklässler in Kelberg (der TV berichtete). Er wurde von der Jury unter Vorsitz von Wilma Herzog zum Sieger erklärt und erhielt eine Urkunde, die von Heinz Onnertz, "Landrot väm Krejs Vulkaneefel", unterzeichnet ist und Leon bescheinigt, dass er "os Mottersproch, et Eefeler Platt, äm besten us dem Hudejtsche iwersatt on jelese" hat. Sophia Eich vom Kreisjugendamt hatte als Organisatorin des Wettbewerbs an die Anfänge erinnert: Vor zehn Jahren habe ihr Kollege Wilfried Mildenberg die Idee gehabt und Wilma Herzog mit der Konzeption beauftragt. Seither finde der Mundartwettbewerb immer im Rahmen des Vorlesewettbewerbs statt. "Eine besondere Besonderheit, weit und breit einmalig", sagte bei der Siegerehrung der Dezernent der Kreisverwaltung, Berthold Schmitz.

Die übrigen Teilnehmer am Mundartwettbewerb der Sechstklässler waren Fabian Drückes (Deis-Brück), Matthias Hoffmann (Gerolstein), Helena Löwe (Salm), Lisa-Marie Maier (Gelenberg), Maren May (Kerpen), Joshua Retterath (Kolverath), Kevin Schäfer (Pelm) und Marius Schüller (Meisburg).