Weiter hoffen auf die Kanonen

DAUN. Nach mehreren vergeblichen Versuchen des Ski- Clubs und der Stadt Daun, eine Genehmigung für eine Beschneiungsanlage am Mäuseberg zu bekommen, läuft ein neues Verfahren, bei dem die bisher strittigen Punkte berücksichtigt werden.

 Publikumsmagnet Mäuseberg, und das nicht nur Skifahrer und Rodler: Der Ski-Club Daun hofft weiter auf eine Genehmigung für die Beschneiungsanlage, um die Wintersportsaison verlängern zu können und auch mehr Besucher zu locken. Foto: Helmut Gassen

Publikumsmagnet Mäuseberg, und das nicht nur Skifahrer und Rodler: Der Ski-Club Daun hofft weiter auf eine Genehmigung für die Beschneiungsanlage, um die Wintersportsaison verlängern zu können und auch mehr Besucher zu locken. Foto: Helmut Gassen

Der vergangene Winter brachte dem Ski-Club Daun endlich einmal richtig viel Schnee und so auch noch einmal Geld in die Kasse. Drei Wochen lang - von Mitte Februar bis in die erste Märzwoche - tummelten sich Scharen von Wintersportfreunden auf der Piste am Mäuseberg, und an den Wochenenden war die Skihütte das Ziel vieler Wanderer und Familien. Die Saison zeigte, welche Anziehungskraft das Skigebiet am Mäuseberg besitzt und was touristisch in der Winterzeit möglich ist. Breite Unterstützung für das Vorhaben

Damit dies auch in Zukunft so sein kann, will der Ski-Club Schneekanonen am Mäuseberg installieren. Damit könnte, wenn es zwar ausreichend kalt ist, aber zu wenig Schnee liegt, der Natur etwas nachgeholfen werden. 2003 wurde der Antrag zur Genehmigung einer Beschneiungsanlage vom Club und der Stadt Daun bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord eingereicht. Unterstützt wurden Club und Stadt auch vom Gewerbe- und Verkehrsverein Daun, der Eifel- Tourismus (ET), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Daun sowie den Ferienparks Daun und Gunderath, die sich beide dadurch mehr Gäste in der Winterzeit versprechen. Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, zudem lehnten auch Naturverbände das Vorhaben ab. Im Sommer gab es in Trier ein Gespräch, an dem alle am Genehmigungsverfahren beteiligten Behörden, Peter Schlömer (Vorsitzender des Ski-Clubs), Landrat Heinz Onnertz und Werner Klöckner (Bürgermeister VG Daun) teilnahmen. "Wir haben noch einmal alles besprochen und neue Unterlagen eingereicht. Ich denke, diese bieten bessere Voraussetzungen als die ersten. Hierbei sind auch strittige Punkte abgearbeitet worden", sagt Peter Schlömer. Strittig war besonders die Wasserzufuhr für die Schneekanonen. Die Wasserentnahme aus dem Gemündener Maar war schon im Vorfeld abgelehnt worden, nun wurde auch die Entnahme aus dem Hochbehälter Senheld abgewiesen. Mittlerweile haben die Behörden zumindest signalisiert, dass sie dem Vorschlag einer Wasserentnahme aus der Lieser positiv gegenüber stehen. Rund 1200 Kubikmeter Wasser werden für eine Vollbeschneiung des Mäusebergs gebraucht. Der Plan sieht vor, hinter Gemünden Wasser aus der Lieser in einem Speicherteich zu sammeln, der rund 1300 Kubikmeter fassen soll. "Es sind hier schon Proben entnommen worden, ob der Boden dafür geeignet ist oder noch extra versiegelt werden muss. Das ist nicht der Fall", erklärt Schlömer. Vom Speicherteich aus soll das Wasser bis zur rund 1000 Meter entfernten Talstation des Ski- Clubs gepumpt werden. Der Höhenunterschied beträgt rund 90 Meter. Schlömer: "Der Aufwand wäre nicht so groß, wir könnten vieles in Eigenleistung machen. Dafür haben wir auch schon Zusagen von Baufirmen, die uns kostenlos helfen würden". Für diesen Winter ist der Zug aber schon abgefahren. Schlömer rechnet bis Ende des Winters mit einer Entscheidung. Den Club, der gerade in der Skihütte eine Küche eingebaut und eine Gasheizung installiert hat, wirft laut Schlömer auch eine Absage nicht um: "Wir wollen den Winter ja nicht verlängern, sondern dann, wenn winterliche Bedingungen sind, aber kein Schnee da ist, auch Schnee machen dürfen. Wir überleben aber auch, wenn es nichts mit der Beschneiungsanlage wird."