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Weitere Millionen für Gerolstein

Weitere Millionen für Gerolstein

Zusätzlich zum bereits geförderten Kyll- und Bahnhofsumbau erhält Gerolstein für seine weiteren ambitionierten Bauprojekte von Bund und Land 4,6 Millionen Euro. Die Stadt steuert zudem anderthalb Millionen Euro bei. Damit sollen vor allem das Areal des Gerolsteiner Brunnens umgewandelt, ein neuer Zugang zur Hauptstraße geschaffen und der Kaiserhof abgerissen werden.

Gerolstein. "Herr Minister, Sie sind uns ein gern gesehener Gast - besonders, wenn Sie solch gute Nachrichten mitbringen", sagte Gerolsteins CDU-Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz zum rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD). Und er fügte hinzu: "Ich hoffe, dass das nicht das letzte Mal ist, dass Sie uns besuchen", sagte er und merkte sogleich, dass diese Äußerung missverstanden werden konnte. Denn ob Lewentz nach dem 13. März Innenminister bleibt, ist fraglich. Dabei hatte Bongartz doch nur auf den dicken Scheck anspielen wollen, den der hochrangige Gast zum Treffen mit mehreren Kommunalpolitikern und Verwaltungsmitarbeitern im Gerolsteiner Rathaus mitgebracht hatte.
Jedenfalls habe die Stadt Gerolstein "viel vor, und deshalb ist unser Bedarf an finanzieller Unterstützung hoch", führte Bongartz aus. Und die bekommt sie: Insgesamt werden der Bund und das Land die Stadt Gerolstein in den nächsten zehn Jahren mit 4,6 Millionen Euro unterstützen. Dies geschieht formal, indem die Stadt in das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau" aufgenommen wird (siehe Extra). Die Stadt selbst steuert rund anderthalb Millionen Euro bei. Denn die Vereinbarung sieht vor, dass Bund und Land 75 Prozent, die Kommune 25 Prozent der Gesamtinvestitionskosten übernehmen.
Lewentz überreichte den Aufnahmebescheid ins Förderprogramm an Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz und Bürgermeister Matthias Pauly (beide CDU). Der Minister begründete die Hilfe so: "Das Mittelzentrum Gerolstein bietet sich für eine Städtebauförderung sehr gut an. Denn auf fast 20 Hektar Innenstadtgelände hat sie gleich mehrere vielversprechende Vorhaben vor, durch die sich die Stadt enorm weiterentwickeln kann. Das unterstützen wir gerne", sagte Lewentz. Er betonte, dass es wichtig sei, bei allen Zentralisierungstendenzen "den Blick für den ländlichen Raum nicht zu verlieren".
Allem voran der Umbau des inzwischen weitgehend ungenutzten Gewerbeareals des Gerolsteiner Brunnens, aber auch der Abriss des Kaiserhofs und die Schaffung eines auffälligen Zugangs zur Hauptstraße (der ehemaligen Fußgängerzone) stehen im Rahmen des Förderprogramms im Fokus. Parallel dazu wird in den nächsten Jahren das Kyllufer in der gesamten Stadt umgebaut und attraktiviert, ebenso der Bahnhof samt Vorplatz, und auch die Hochbrücke wird durch einen Neubau ersetzt (der TV berichtete mehrmals).
Diese Maßnahmen werden zwar anderweitig finanziert, sollen aber dennoch mit den nun ebenfalls in den Fokus genommenen Städtebauvorhaben in Einklang gebracht werden. Genau deswegen hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt aktuell ein neues Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben - und damit die Forderung von Grünen und FWG umgesetzt. Die hatten trotz anfänglichen Widerstands von den anderen Fraktionen von Anfang an eine umfassende Betrachtung der gesamten Innenstadt gefordert, anstatt nur einzelne Vorhaben isoliert zu planen. Somit sind bereits die ersten 30 000 Euro von zugesagten 160 000 Euro in diesem Jahr ausgegeben. Das Förderprogramm sieht vor, dass die Bürger aktiv an den Planungen beteiligt werden. Wie dies vonstatten gehen soll, ist derzeit noch unklar.Extra

Weitere Millionen für Gerolstein
Foto: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"
 Das ehemalige Hotel Kaiserhof, seit Jahren ein Schandfleck, soll verschwinden. So lautet der Wunsch der Stadt. TV-Fotos: Mario Hübner (2)
Das ehemalige Hotel Kaiserhof, seit Jahren ein Schandfleck, soll verschwinden. So lautet der Wunsch der Stadt. TV-Fotos: Mario Hübner (2) Foto: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"

Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau" ist ein Förderinstrument, über das vor allem innerstädtische Bereiche mit besonderem städtebaulichen und wirtschaftlichen Erneuerungsbedarf entwickelt werden können. Das Programm kann auch dazu eingesetzt werden, die Zentren von kleineren Städten umzugestalten. Es dient dazu, zunehmende Leerstände zu bekämpfen und Innenstädte als Handels-, Dienstleistungs- und Wohnstandorte zu stärken. mh