Weiterer Schritt zur Ganztagsschule

Soll erfüllt: 58 Eltern (Stand gestern) - und somit vier mehr als erforderlich - haben ihre Bereitschaft bekundet, ihr Kind im kommenden Schuljahr für den Ganztagsbetrieb in der Realschule plus in Gerolstein anzumelden. Noch diese Woche wird daher der offizielle Antrag auf Errichtung einer Ganztagsschule (GTS) gestellt.

Gerolstein. Rektor Günter Mehles erteilte gestern freudig Auskunft über den Stand der Elternbefragung zur geplanten Errichtung einer Ganztagsschule an der Realschule plus (ehemals Regionale Schule) in Gerolstein.

Er sagte auf TV-Anfrage: "Ja, wir haben unser Ziel erreicht. Bis heute haben wir 58 Interessenbekundungen. Das ist eine Grundlage, mir der man sehr gut arbeiten kann." 54 waren mindestens notwendig.

Nachdem der erste Anlauf vor fünf Jahren noch gescheitert war, sieht der Schulleiter nun vorwiegend zwei Gründe für das offensichtlich große Interesse: "Erstens haben mittlerweile viele Eltern im Grundschulbereich gute Erfahrungen mit dem Ganztagsbetrieb gemacht und wünschen daher auch in der weiterführenden Schule eine Fortführung, zweitens sind immer mehr auf ein solches Angebot angewiesen."

Nachdem der Schulträger, die Verbandsgemeinde Gerolstein, beschlossen hatte, die Errichtung einer GTS zu unterstützen und die für Umbauten notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen (der TV berichtete), soll noch diese Woche bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier der offizielle Antrag gestellt werden. Spätestens bis zum 2. November muss er vorliegen. Bis Mitte Dezember wird dann die Antwort erwartet, ob Gerolstein zum Zuge kommt oder nicht.

"Und dann geht für uns die eigentliche Arbeit los", sagt Rektor Mehles. Er zählt auf: "Wir werden eine fünfköpfige Steuerungsgruppe bilden, die die organisatorische und inhaltliche Detailplanung erstellt. Und der Schulträger wird derweil den Bau der Mensa und eines Aufenthaltsraums für die Schüler sowie eines Arbeitsraums für die Lehrer in Angriff nehmen müssen." Zudem müssten bis Anfang Mai mindestens 54 verbindliche Zusagen gesammelt worden sein.

Geplant ist, für die Klassen fünf bis zehn ein Ganztagsangebot zu schaffen. Hauptbestandteil sollen laut Mehles "schulische Inhalte" sein, "Hausaufgabenbetreuung" sowie "die individuelle Förderung von Schülern" oberste Priorität genießen. Daneben soll es Sport- und sonstige Angebote geben. Verhältnis: 75 zu 25 Prozent. Der Rektor betont: "Wir brauchen mehr Zeit für die schulischen Belange. Viele Schüler benötigen noch mehr Unterstützung, doch dafür reicht der Vormittag nicht mehr."

Angeschrieben hatte die Schule die Eltern der Schulklassen 5 bis 9 der Realschule plus und alle Grundschulen in der VG Gerolstein (Birresborn, Gerolstein, Neroth) sowie außerhalb die Grundschulen in Wallenborn, Üxheim und Hillesheim.

Mehles: "Bis auf Hillesheim, wo die Bögen erst nach den Herbstferien verteilt worden waren, haben wir von allen Antworten bekommen."

Meinung

Hausaufgaben gemacht

Die 58 Interessenbekundungen von Eltern für eine Ganztagsschule an der Realschule plus in Gerolstein sind ein Etappensieg, den sich Schulleiter Mehles und sein Kollegium zu großen Teilen zuschreiben dürfen. Anders als vor fünf Jahren stand diesmal das Kollegium hinter dem Antrag auf Errichtung einer freiwilligen Ganztagsschule. Damals war das Vorhaben hingegen nur halbherzig vorangetragen worden, da Mehles & Co eine verpflichtende GTS bevorzugt hatten. Doch das ist Schnee von gestern. Jetzt gilt es, die Daumen zu drücken, damit das Ministerium in Mainz die Notwendigkeit erkennt und die Zustimmung erteilt - und die Realschule plus mit einem Angebot aufwarten kann, auf das offenkundig viele Eltern dank der guten Erfahrungen in der Grundschule bereits warten. m.huebner@volksfreund.de