Weiteres Kapitel: Die Bahn und der Winter

Weiteres Kapitel: Die Bahn und der Winter

Der Wintereinbruch hat für Probleme auf der Eifelstrecke gesorgt: Zwischen Gerolstein und Trier hat es zu mindestens einem Zugausfall und Verspätungen gegeben. Schilderungen eines Reisenden.

Gerolstein. René Dahlke (26) aus Trier ist verärgert über die Deutsche Bahn. Mal wieder, wie er sagt. Der regelmäßige Bahnkunde ist am Dienstag mit dem Zug nach Gerolstein gefahren, wo er mal gewohnt hat und noch Kontakte pflegt. Er kennt die Eifelstrecke demnach recht gut. Nachdem auf dem Hinweg trotz des Wintereinbruchs noch alles glatt gelaufen war, wurde die Rückfahrt deutlich schwieriger. Er berichtet: "Mein geplanter Zug abends zurück nach Trier, die Regionalbahn 12389, 20.17 Uhr ab Gerolstein, ist ab Gerolstein ausgefallen. Des Wetters wegen. Eine nähere Information habe ich nicht bekommen." Der nächste und für diesen Tag letzte Zug nach Trier fährt um 22.21 Uhr in Gerolstein ab, "was also per se schon zwei Stunden Warten in der Winterkälte bedeutet, da die Bahnhofshalle in Gerolstein abends geschlossen ist". Wohlgemerkt bei etwa minus zehn Grad Celsius.Kein Ersatzverkehr

Daher sei er nochmals in die Stadt gegangen und kurz vor der planmäßigen Abfahrt wieder am Bahnsteig erschienen. Dort dann der Hinweis, dass sich der Zug 20 Minuten verspäte und wegen nicht geräumter Bahnsteige unter anderem zwischen Gerolstein und Kyllburg nicht halte. Dahlke: "Die Reisenden, die nach Birresborn, Mürlenbach oder Densborn wollten, hatten somit das Nachsehen, denn dort hat der Zug definitiv nicht gehalten." Ein Ersatzverkehr sei für keinen der beiden Züge eingerichtet worden. "Als langjähriger Bahnkunde habe ich das auch nicht erwartet, denn ich habe noch nie erlebt, dass die Bahn kurzfristig für Ersatz sorgt", sagt der 26-Jährige. Ob es angesichts dieser Vorfälle zu Unmutsbekundungen anderer Bahnreisenden oder gar Ärger und Tumult im Zug gekommen sei, hat Dahlke nach eigenem Bekunden nicht mitbekommen, "da ich relativ abseits saß". Dalhkes Fazit für diesen Abend: "Dass Züge ausfallen, kann durchaus vorkommen. Aber dass die Halte in den Bahnhöfen wegen nicht erfolgter Schneeräumung ausgelassen werden, darf nicht sein. Vor allem nicht, wenn kein weiterer Zug mehr fährt." Die Bahn könne nicht einfach ihre Fahrgäste damit vertrösten, sie möchten bitte am nächsten Halt aussteigen. Aus Erfahrung weiß er: "Reisende, die niemanden haben, der sie abholt, leiden besonders unter solch einem Verhalten. Jeder weiß doch, wie schwer es in den kleinen Eifeldörfern ist, ein Taxi zu bekommen - vor allem am späten Abend." Die Deutsche Bahn sah sich nicht in der Lage, binnen eines Tages darauf zu antworten, wieso es genau zu den Schwierigkeiten auf der Eifelstrecke kam, wieso an den kleinen Bahnhöfen nicht gehalten wurde und wieso kein Ersatzverkehr eingerichtet wurde.Wie zufrieden sind Sie mit der Bahn auf der Eifelstrecke? Wie sind Ihre Erfahrungen? Mailen Sie uns Ihre Meinung unter Angabe von Name und Adresse an eifel@volksfreund.deMeinung

Viele Fragen, keine AntwortenWas ist der Grund für eine Verspätung? Weshalb kommt es zu einem Zugausfall? Warum wird kein Ersatzverkehr eingerichtet? Wie kann es sein, dass ein Zug offenbar wegen nicht geräumter Bahnsteige an planmäßigen Haltestellen vorbeifährt? Wie kommen die Reisenden nach Hause? Und wo, bitteschön, sollen die Wartenden bei minus zehn Grad auf dem Bahnhof in Gerolstein ausharren? Alles Fragen, auf die sowohl die Reisenden als auch die interessierte Öffentlichkeit - also potenzielle Bahnkunden - eine Antwort erwarten dürfen. Doch der Konzern schafft es nicht, binnen eines Tages Erklärungen zu liefern. An der Börse, wo es die Bahn noch immer hinzieht, wird sich der Konzern dieses Tempo nicht leisten können. m.huebner@volksfreund.de