Weithin sichtbar, auch im Dunkeln - die Mariensäule in Oberbettingen

Weithin sichtbar, auch im Dunkeln - die Mariensäule in Oberbettingen

In Oberbettingen wird der 60. Jahrestag der Einweihung der Mariensäule mit Gottesdienst, Lichterprozession und Gemeindefest gefeiert. Der frühere Ortsbürgermeister Matthias Meyer erzählt die Geschichte des Ortsbild prägenden Bauwerks mit Muttergottes-Statue. Das Fest ist am 19. Oktober. Dabei wird allerdings der Kirchenchor verabschiedet.

Oberbettingen. Die Initiative zur Errichtung der Mariensäule war seinerzeit von Pfarrer Ludwig Schneider ausgegangen. Er war 1954 als junger Pastor nach Niederbettingen gekommen. Er habe, auch im Nachbarort Oberbettingen, rasch Kontakt zur jungen Generation gefunden und diese motiviert, die Säule mit einer Muttergottesstatue nach dem Vorbild von Fatima zu errichten, erinnert sich Matthias Meyer.

Als geeigneter Standort wurde "die Schütt" ausgewählt, ein Grundstück direkt neben dem Schulhof, mitten im Dorf, damals im Besitz des Buntsandsteinbruch-Betreibers Josef Oerters, der die Fläche der Gemeinde übertrug. Der Steinmetzmeister Josef Harings plante das Objekt, der Bauunternehmer Nikolaus Schiefer leitete die Errichtung der sechs Meter hohen Säule aus rotem Sandstein.

Am 31. Mai 1955 war die Grundsteinlegung, am 14. Oktober 1956 die Einweihung. Zunächst gab es monatlich stattfindende Lichterprozessionen, noch bis in die 1970er Jahre hinein alljährliche Prozessionen. "Doch die öffentliche Verehrung kam mangels Beteiligung zum Erliegen", räumt Matthias Meyer ein. Vergessen wurde die Mariensäule nicht. In Meyers Zeit als Ortsbürgermeister (1964 bis 2004) fiel 1980 das Projekt "Anstrahlung", wozu in Eigenleistung und beschwerlicher Handarbeit für die Zuführung von Strom ein Kabelgraben über die Gesamtlänge der "Schütt" ausgehoben wurde.

Vor zehn Jahren wurde die Säule restauriert. Der Künstler Christoph Fischbach (Niederehe/Hillesheim) gestaltete die ursprünglich rein weiße Marienstatue dezent-farblich, belegte den Rosenkranz mit Blattgold und schuf einen vergoldeten Strahlenkranz. Den Bereich um die Mariensäule pflegt seit vielen Jahren die Freiwillige Feuerwehr Oberbettingen.

Die 60-Jahr-Feier der Mariensäule ist am Mittwoch, 19. Oktober. Um 18 Uhr wird in der Filialkirche Oberbettingen Gottesdienst gefeiert, anschließend geht eine Lichterprozession zur Mariensäule. Doch ist an dem Tag nicht nur Grund zur Freude: Der Kirchenchor wird verabschiedet (siehe Hintergrund). bbExtra

Die verbliebenen zehn Frauen des Kirchenchores Oberbettingen haben in ihrer Probe am 3. August die Entscheidung getroffen, dass die Zeit des Chores zu Ende ist. Trotz aller Bemühungen hätten keine neuen Sänger gewonnen werden können, und so seien eine sinnvolle Probenarbeit und die daraus folgende Mitgestaltung der Gottesdienste nicht mehr möglich, erklärt Pfarrer Andreas Paul (Hillesheim). "Das ist ein schmerzhafter Abschied und bedeutet auch eine Zäsur in der Geschichte der Kirchengemeinde Niederbettingen", räumt der Geistliche mit Blick auf die Existenz eines Chores und zeitweise sogar von zwei Chören seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein. Schon seit 20 Jahren war der Kirchenchor Oberbettingen ein reiner Frauenchor. Der Chor mit Chorleiter Stephan Dümmer wird im Rahmen des Gottesdienstes zur 60-Jahr-Feier der Mariensäule am 19. Oktober um 18 Uhr verabschiedet. bb

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