1. Region
  2. Vulkaneifel

Weltweite Hilfe für Waisenkinder

Weltweite Hilfe für Waisenkinder

Bald kommt sie wieder, die Weihnachtszeit. Doch nicht jedes Kind hat es so gut wie die Kinder in Deutschland. Aus diesen Gedanken heraus hat vor über 23 Jahren ein Engländer die "Operation Christmas Child" ins Leben gerufen, um für Waisenkinder in Rumänien zu sammeln. In Deutschland kümmert sich seit 1996 die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" um dieses Anliegen.

Uersfeld. "Geschenke im Schuhkarton" wird heute unter dem Motto "Mit kleinen Dingen Großes bewirken" in Deutschland vom Verein Geschenke der Hoffnung e.V. betreut. Weltweit wurden im vergangenen Jahr mehr als neun Millionen mit Geschenken gefüllte Schuhkartons an bedürftige Kinder in über 100 Ländern verteilt. Gabi Schaefer aus Uersfeld macht seit sieben Jahren bei der Aktion mit und spendete Pakete für Kinder in Osteuropa. In diesem Jahr wollte sie mehr tun und rief selbst zur Spendeaktion "Geschenke im Schuhkarton" auf. "Mir tun diese Kinder so leid, das sind die Ärmsten der Armen, zu denen die Pakete kommen. Ich dachte deshalb: Du musst irgendwas machen, um diese Aktion größer zu machen. Gefallen hat mir auch, dass die Pakete nicht nur an Kinder in Heimen, sondern auch an Familien gehen", begründet sie ihren Schritt. Deshalb verteilte sie Flyer an alle Haushaltungen in Uersfeld, legte in Schulen, im Kindergarten, Geschäften oder an der Tankstelle die Flyer aus. "Das ist in meinen Augen eine supertolle Sache. Aus meiner Nachbarschaft kam von fast jedem Haus ein Paket, das hat mich total bewegt, dass die so mitgezogen haben", erzählt Gabi Schaefer.
Pakete kamen auch von Plaid an der Mosel, wo die Schwester von Gabi Schaefer wohnt, aus Landkern, wo ihre Tochter zu Hause ist, aus Bad Bertrich von einem Schwimmclub und aus den Nachbardörfern. Zwei fleißige Mithelfer hatte Gabi Schaefer auch, Elisabeth Karst aus Höchstberg und Annemie Krings aus Uersfeld standen ihr zur Seite. Insgesamt 120 Pakete kamen zusammen und wurden kürzlich nach Mayen zu einer Sammelstelle gebracht. "Ich hatte nicht mit so vielen Paketen gerechnet, 50 wären für mich schon viel gewesen. Dieses Ergebnis ist schon klasse", sagt die Organisatorin.
Die Pakete werden von einer Spedition in die Länder Weißrussland, Moldawien oder Rumänien gebracht. Dort verteilen Mitglieder von Kirchengemeinden unterschiedlicher Konfessionen und vom Verein Geschenke der Hoffnung e.V. die Pakete an die Kinder. "Es waren auch viele, die zwei Pakete gepackt haben für ein Mädchen und einen Jungen", erklärt Gabi Schaefer. Die Spender können sich dies und sogar die Altersgruppe aussuchen. Dementsprechend kann auch der Packungsinhalt sortiert sein. Das kann von banalen Dingen wie Zahnpasta und Bürste, Waschlappen, Handtuch, Kleidung bis zum Kuscheltier oder Vollmilchschokolade und Bonbons reichen. Nicht eingepackt werden dürfen gebrauchte Kleidungsstücke, Zerbrechliches, Seifen, Flüssigkeiten, Medikamente, Gelierstoffe oder Lebensmittel wie Nudeln, Zucker, Nüsse, Kaffee, Saft oder Kekse aufgrund von Zollbestimmungen. "Ich habe in jedem meiner Pakete Zahnpasta, Zahnbecher, eine Jeanshose, einen Pulli, eine Jacke, etwas zum Spielen, einen Malblock mit Stiften gepackt. Die haben dort gar nichts", weiß Gabi Schaefer. Auch im nächsten Jahr will die Uersfelderin wieder eine Sammlung organisieren. HG

Extra

Geschenke der Hoffnung e.V. ist ein christliches Werk, das dem Auftrag verpflichtet ist, einer bedürftigen Welt Hilfe und Hoffnung zu bieten. "Weihnachten im Schuhkarton" ist die weltweit größte Geschenkaktion. Papst Franziskus bezeichnete die Aktion als "sozial-karitatives Engagement im Sinne des Evangeliums". "Für diese Kinder ist Weihnachten im Schuhkarton ein prägendes Erlebnis", sagt Geschenke der Hoffnung Geschäftsführer Bernd Gülker. HG