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Weniger Gäste trotz Fußball-WM

Weniger Gäste trotz Fußball-WM

BAD BERTRICH. Die Fußball-Weltmeisterschaft hat viele Gäste nach Rheinland-Pfalz gebracht. Das bestätigt das Stati-stische Landesamt. Aus Bad Bertrich – hier war die Schweizer Nationalmannschaft untergebracht – gibt es allerdings überraschende Zahlen zu vermelden.

Während der Fußball-Weltmei-sterschaft sind die Gästezahlen in Bad Bertrich, dem Quartier der Schweizer Nationalmannschaft, um fast 23 Prozent gegenüber 2005 zurückgegangen. Das gab das Statistische Landesamt bekannt. Bei den Tagesgästen gab es ein Minus von 14 Prozent. In der WM-Unterkunft Westerburg - hier gastierten die Tschechen - wurde jedoch ein Plus von fast neun Prozent bei den Übernachtungen verbucht. Wie also ist der Rückgang im Kurort Bad Bertrich zu erklären? Beim Verkehrsamt der Verbandsgemeinde Ulmen gibt es dagegen klare Gründe für den drastischen Gästerückgang im Juli. "Die Gäste, die in Bad Bertrich waren, sind im Juni ja fast ausschließlich aus beruflichen Gründen hier gewesen", sagt Maria Arvanitis, die die Abteilung der Eifel-VG leitet. Gemeint sind hier vor allem die vielen Schweizer Journalisten, die sich in den Weltmeisterschaftswochen im Kurort an der Ueß aufgehalten haben. Die Minuszahlen, vor allem auf die Übernachtungen gesehen, seien überwiegend auf die nur von einem Gast genutzten Doppelzimmer zurückzuführen. Die wurden laut Arvanitis, die in dieser Zeit auch das WM-Büro in Bad Bertrich leitete, von den Medienvertretern allesamt als Einzelzimmer genutzt. Das bestätigt auch Gisela Fuhrmann. Sie hatte in ihrem Haus "Am Kurfürstlichen Schlösschen" während der Fußball-WM ausschließlich Journalisten zu Gast. "Alle Doppelzimmer waren als Einzelzimmer bei uns belegt. Klar, dass dann solche Zahlen aus dem Statistischen Landesamt kommen", sagt die Hotelbesitzerin. So war im Hause Fuhrmann zwar eine hundertprozentige Zimmerbelegung zu verbuchen, aber nur die Hälfte der Betten ausgelastet.Viel mehr Gäste aus dem Ausland

Im übrigen Kreis haben sich die Gästezahlen nach Angaben des Landesamtes aus Bad Ems gegenüber dem Vorjahr positiv entwickelt. Bei knapp 178 000 Übernachtungen ist der Zähler stehen geblieben. Das sind satte zehn Prozent mehr als noch 2005. Bei den ausländischen Gästen ging es sogar noch steiler nach oben. Die Zahlen lagen 27 Prozent über denen des Vorjahres. Auch bei den Tagestouristen gibt es im Kreis einen positiven Trend. Im Schnitt waren es hier rund zehn Prozent mehr. Dass die positiven Zahlen aus dem Kreis nicht auf Bad Bertrich zurückzuführen sind, kann sich Maria Arvanitis auch erklären. "Die komplette Bettenkapazität stand ja nicht zur Verfügung", sagt die Verkehrsamtsleiterin. "Zum einen wegen der Journalisten. Aber auch der Fürstenhof war ja während der WM nur für die Schweizer reserviert und hatte so gar keine Tagestouristen oder anderweitige Übernachtungen", so Arvanitis weiter. Mit den Zahlen der Statistik kann sich Hotelier Walter Häcker dagegen überhaupt nicht anfreunden. Er hatte in seinem "Fürstenhof" die Schweizer Mannschaft mit insgesamt 50 Leuten beherbergt. "Sicherlich können wir alles in allem 110 Gäste unterbringen", erläutert Häcker. Dennoch war nach Meinung des Hoteliers Bad Bertrich noch "nie so ausgelastet wie während der Fußball-WM". Für Maria Arvanitis hat der vermeintliche Rückgang der Gäste noch andere Gründe: "Viele waren vielleicht auch abgeschreckt und wollten den Kurort ohne Trubel nutzen und haben so den Urlaub auf die folgenden Monate verlegt." Außerdem sieht Arvanitis den kommenden Nutzen für die Gemeinde. "Wir haben alles Mögliche an Werbung und PR für Bad Bertrich gemacht. Das hat sich zwar nicht während der WM bemerkbar gemacht, wird aber in der nächsten Zeit Wirkung zeigen", sagt Arvanitis.