"Weniger jammern, mehr anpacken"

"Weniger jammern, mehr anpacken"

GEROLSTEIN. (sts) Letzte Station der Rundfahrt des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller durch die Region war Gerolstein. Wie die CDU-Kreisverbände Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm hatte auch der Kreisverband Daun Müller als Hauptredner für den Neujahrsempfang der Partei eingeladen.

Bevor der saarländische Ministerpräsident ans Rednerpult trat, nutzte der Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Daun, Herbert Schneiders, die Begrüßung des Gasts aus Saarbrücken, die Parteifreunde im gut gefüllten Rondell auf die Landtagswahl Ende März einzustimmen. Eine CDU, die so "geschlossen ist wie lange nicht mehr", habe beste Chancen, die Wahl zu gewinnen. Müller ging in seiner Rede selten auf die Wahl ein, aber am Ende war er dann doch ganz Christdemokrat, als er erklärte er, er würde sich freuen, nach dem 26. März gemeinsam mit einem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Christoph Böhr die Interessen des Südwestens Deutschland zu vertreten. In seiner Rede gelang es Müller, ernste Themen und Humor zu verbinden. Nicht ganz ernst gemeint nahm er sich auch des Themas "Fusion Saarland-Rheinland-Pfalz" an. Diesen Zusammenschluss lehne er ab. Begründung: "Wir haben acht Milliarden Euro Schulden, Rheinland-Pfalz 24 Milliarden. Wenn wir euch übernehmen, vervielfachen sich unsere Schulden. Das können wir Saarländer uns nicht leisten!" Ganz ernsthaft hingegen plädierte Müller dafür, dass in Deutschland endlich weniger gejammert und mehr angepackt werde. Das Land habe unbestreitbar große Probleme, deren Lösung aber mit "mehr Zuversicht und Optimismus" angegangen werden müsse. Die große Koalition in Berlin sei "keine Liebesheirat, aber eine Chance, wichtige Themen anzugehen." Müller ging auf zahlreiche Politikfelder ein: vom Kombilohn über die Bedeutung von kleinen und mittleren Betrieben, die im Gegensatz zu den Konzernen verlässliche Arbeitsplätze böten und schafften, vom Ausufern der Bürokratie bis hin zu Studiengebühren. Dabei vergaß er es auch nicht, Vorhaben seiner Regierung als gute Beispiele anzuführen. Müller verteidigte die Einführung der Studiengebühren in den CDU-geführten Ländern als "sozial gerecht" und war zuversichtlich, dass auch die "Roten" nachziehen werden. Viel Beifall bekam Müller für die Forderung nach "mehr Freiheit und Verantwortung, damit Deutschland wieder nach oben kommt".

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