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Weniger Patienten als erwartet: Kein Stress in den Ambulanzen in er Vulkaneifel

Kostenpflichtiger Inhalt: Pandemie : Corona-Ambulanzen haben die Folgen des Virus bisher im Griff

Die im März in Betrieb genommenen Einrichtungen in Daun und Hillesheim entlasten die Arztpraxen. Der Ansturm von Patienten war deutlich weniger schlimm als erwartet.

Es kommt ja nicht so oft vor, dass Daun Thema überregionaler Berichterstattung wird, aber mit dem „Hauruck-Projekt“ Corona-Ambulanz war es so. Dass binnen weniger Tage in einem früheren Restaurant mit Kegelbahn medizinische Untersuchungsräume entstanden, sorgte für viel Aufmerksamkeit.

Aber nicht nur wegen des Tempos, sondern auch wegen der großen Unterstützung von Firmen, Organisationen und Privatpersonen. „Wie da an einem Strang gezogen wurde, ist phänomenal“, ist Carsten Schnieder auch gut zwei Monate nach Eröffnung der Ambulanz, initiiert von ihm, dem Kreis Vulkaneifel und dem Dauner Krankenhaus, immer noch beeindruckt.

Der Mediziner aus Birresborn betreibt mit seinem Team der Hausärztlichen Versorgungszentrums (HVZ) Daun die Ambulanz, die sich im gleichen Gebäude befindet. Und kaum war man in Daun fertig, ging’s in Hillesheim weiter. Dort wurde die Markt- und Messehalle in eine zweite Ambulanz für den Kreis Vulkaneifel installiert.

Die sogenannten „ausgelagerten Betriebsstätten“ sind von der Kassenärztlichen Vereinigung unterstützt und genehmigt worden. Das Ziel: Menschen mit Symptomen einer Covid-19-Erkrankung aus den Wartezimmern der Arztpraxen und den Krankenhäusern in Daun und Gerolstein fernzuhalten.

Nur nach einer telefonischen Anmeldung beim Hausarzt findet die  Untersuchung in einer der beiden Ambulanzen statt. Personen, die ohne vorherige Absprache kommen, werden abgewiesen.

„Unsere Aufgabe ist es, die Patienten zu untersuchen und zu entscheiden, ob sie ambulant behandelt werden können oder eine stationäre Behandlung notwendig ist“, sagt Martin Holbach, dessen Praxis in Hillesheim für den Betrieb der Corona-Ambulanz in der Markthalle zuständig ist. Bis die Ergebnisse der Tests vorliegen, müssten Menschen mit verdächtigen Symptomen zuhause bleiben, „über eine mögliche Quarantäne entscheidet in der Folge das Gesundheitsamt“.

Insgesamt sieben Ärzte aus der Verbandsgemeinde Gerolstein sind in Hillesheim im Einsatz. Rund 350 Menschen seien bis Mitte Mai untersucht worden. Akute Notfälle seien seit der Inbetriebnahme der Einrichtung nicht vorgekommen. Sein bisheriges Resümee: „Die Arztpraxen sind infektfrei, der Betrieb in der Ambulanz läuft einwandfrei.“ Auch Schutzkleidung sei ausreichend vorhanden. „In dem Punkt werden wir privilegiert behandelt, dafür sorgen die Kassenärztliche Vereinigung und der Kreis Vulkaneifel.“ Zusätzlich sei professionelle  Ausrüstung gespendet worden. Mit den Arbeitsbedingungen und der Versorgung mit Masken und weiterer Schutzausrüstung in der Dauner Corona-Ambulanz ist auch Carsten Schnieder zufrieden. Zwei der insgesamt sieben Ärzte des HVZ bestreiten die Corona-Sprechstunden. „Wir können aber jederzeit hochfahren“, sagt der Arzt. „Zu Beginn kamen 50 bis 60 Menschen am Tag, mittlerweile waren rund 550 Patienten in der Ambulanz. Das ist noch eine problemlose Größenordnung.“ Prognostiziert waren zu Beginn der Pandamie deutlich höhere Zahlen, „aber in diesem Fall sind wir wohl alle dankbar, dass die Schätzungen nicht eingetroffen sind“, sagt Schnieder. Und ergänzt: „Auch wenn weniger Patienten gekommen sind als erwartet, bin ich froh, dass wir so groß geplant haben.“

Martin Holbach Foto: Vladi Nowakowski
Auch Bundesprominenz hat sich vor Ort über die Corona-Ambulanz in Daun informiert: Peter Tauber (rechts), Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und früherer CDU-Generalsekretär, im Gespräch mit Mediziner Carsten Schnieder. Foto: TV/Stephan Sartoris

Der 50-Jährige ist zuversichtlich: „Ich habe keine Angst vor einem wie auch immer gearteten Verlauf der Pandemie.“