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Wenn der Opa mit dem Enkel

Wenn der Opa mit dem Enkel

BASBERG. (vog) Großeltern-Enkel-Aktion: Im vergangenen Jahr bauten Großeltern mit ihren Enkeln 25 Nistkästen und hängten sie in den Windschutzhecken rund um Basberg auf. Jetzt zog der Tross – auch Mamas durften dabei sein – los, um die Kästen zu säubern. In zwölf Kästen waren nach den Vögeln schon wieder Gäste eingezogen: unter Schutz stehende Kletter- und Fledermäuse.

"Da war mal ein Vogel drin", ruft Elisa Cormann als ein Nistkasten geöffnet wird. Oma Maria Götten nickt und erklärt: "Meisen bauen ihr Nest immer aus Tierhaaren und Moos." Im Gegensatz zu dem Fliegenschnäpper, der Stroh und Federn benutze, oder den Mäusen, die Laub in einer Kugelform anordnen. Unter dem Nistkasten steht die Nummer vier - für Kai. Jedem der 25 Enkel gehört ein Nistkasten. Am 15. März 2004 wurden sie mit Namensschildern aufgehängt. Diana Bürgel erklärt: "Das ist für meine zwei Jungs wichtig. Bei jedem Spaziergang muss nach ihren Kästen gesehen werden." Ihr Schwiegervater, der pensionierte Förster Horst Bürgel aus Kerpen, hatte die Idee, Nistkästen zu bauen. "Es geht darum, den Vogelschutz ins Bewusstsein zu bringen", sagt der "Förster-Opa", wie ihn die Kinder nennen. "So wird den Kindern die Natur in Form von Spaß und Freude nahe gebracht", fügt Jutta Kanther hinzu. Die Teenager Stefan Bungartz sowie Carsten und David Harings hantieren ungeduldig mit dem Akkuschrauber. Sie öffnen die Kästen. Prompt ist bei Kasten Nummer fünf viel Säuberungsarbeit angesagt. "Förster-Opa" Bürgel sagt: "Tote Meise und toter Siebenschläfer." Gründlich wird der Kasten gereinigt, damit für neue Bewohner Platz ist.Ein Winterquartier für Klettermäuse

Zwölf der 25 Nistkästen waren im Sommer Brutstätte für Vögel und sind nun Winterquartier für Klettermäuse. Der fünfjährige Steppke, Martin Bürgel, meint: "Mir ist es lieber, wenn Vögel drin sind." Sein "Förster-Opa" Bürgel erklärt: "Die Schlaf- und Haselmaus sowie der Siebenschläfer stehen unter Schutz. Sie gehören nicht in den Boden, weil es Klettermäuse sind. Die Kästen oder alte Amselnester sind ihre einzige Chance." Oma Götten ergänzt: "Diese Mäuse sind keine Schädlinge." Bei der Aktion stellten die Basberger Tierschützer fest, dass alle 25 Kästen genutzt werden oder wurden. Außerdem machten sie eine besondere Beobachtung, denn ein Kasten zeigte einen außergewöhnlichen Inhalt. Förster-Opa Bürgel vermutet: "Das kann das Sommerquartier einer Fledermaus gewesen sein." Carmen Küpper (8) berichtet von einer anderen Besonderheit: "Wir haben schon einmal Eier in den Kästen gefunden." Bürgel erklärt den Kindern die Hintergründe: Die Vögel seien von Sperbern "abgeschlagen" - also getötet worden - und hätten die Eier nicht ausbrüten können. Die Kinder hören ihrem "Förster-Opa" gebannt zu und profitieren später in der Schule von seinem umfassenden Wissen. Hannah Cormann (10) sagt: "Als ich noch im vierten Schuljahr war, konnte ich im Sachunterricht vom Überwintern der Klettermäuse erzählen." Obwohl in diesem Jahr nur vier Kinder in Basberg geboren wurden, sollen zehn neue Nistkästen gebaut und aufgehängt werden. Ortsbürgermeisterin Petra Himmels meint augenzwinkernd: "Das ist doch eine gute Sache. Wer weiß, was sich noch tut." Damit auch die nächsten Tierschützer-Generationen der Gemeinde sich über die Anfänge der Nistkästen-Aktion informieren können, hat "Förster-Opa" Bürgel der Bürgermeisterin eine Dokumentation über die Aktionen fürs Dorfarchiv überreicht. Bereits im Frühjahr wird sich die Gruppe wieder bei den Windschutzhecken treffen. Dann gilt es, die Nistkästen von den Mäuse-Winterquartieren zu säubern, damit Platz für die kommende Vogelbrut ist.