Wenn die bemalte Puppe vor der Tür sitzt

Wenn die bemalte Puppe vor der Tür sitzt

Mit der Gründung ihrer Malgruppe und der Eröffnung ihrer Galerie galten vier Frauen und drei Männer als Pioniere in Daun. Mittlerweile bereichert die "Gruppe Rouge" die Kunstszene der Region bereits seit zwei Jahrzehnten. Grund genug für ein Galeriefest am 1. und 2. Oktober.

"Wenn Paula dran ist, treffen wir uns in der Galerie", erzählt Gottfried Willems. Das soll heißen: Die Mitglieder der "Gruppe Rouge" sind üblicherweise montags abends reihum Gastgeber, besprechen Gemälde, bevorstehende Ausstellungen oder die jährliche Malreise. Sie tischen dann Speisen auf und trinken den Wein in der Farbe, der ihrer Gruppe vor 20 Jahren den Namen gab.

Doch wenn Paula Otten an der Reihe ist, ist die Galerie an der Ecke Leopoldstraße/Laurentiusplatz ihr Treffpunkt. "Dann ist immer auch der Zeitpunkt, um die Bilder abzuhängen und sie durch andere, neue Exponate zu ersetzen", erklärt Ilse Pottgießer. "Wenn Marie draußen sitzt, ist die Galerie geöffnet", sagt Walter Manderscheid. Marie ist eine bemalte Schaufensterpuppe. "Sie ist unser Maskottchen und der Liebling der Touristen", erklärt Walter Manderscheid. Und meint, dass sie zumindest in den Sommermonaten die am häufigsten fotografierte Dame Dauns sei. Auch zu den Öffnungszeiten der Galerie - freitags, von 14 bis 17 Uhr und samstags, von 10 bis 13 Uhr - geht es unter den Malern der "Gruppe Rouge" reihum. Wer gerade Dienst hat, zeigt seine Bilder - in dem Schaufenster, das zur Leopoldstraße liegt und am ehesten die Blicke der Passanten auffängt. Vor der Eröffnung der heutigen Galerie (2012) hatte die "Gruppe Rouge" eine Galerie im Dauner Burghof (2005 bis 2010).

"Wenn wir an unsere Anfänge zurückdenken, spielt die Malschule von Walter Wilde in Waldkönigen eine wichtige Rolle", sagt Monika Bill. Dort hatten sich fünf der heutigen Mitglieder sowie Gisela Scharner und Arthur Schmitt kennen gelernt und angefangen, sich als "Gruppe Rouge" zum Malen und zum Austausch zu treffen. Nach dem Ausscheiden von Gisela Scharner und Arthur Schmitt kamen Rolf Manderscheid und Waltraud Mauer hinzu. Fortbildung ist ein fester Bestandteil des künstlerischen Schaffens der "Gruppe Rouge", ob sie diese einzeln oder zusammen absolvieren, ob bei den gleichen Dozenten oder bei unterschiedlichen.

Die jährlichen Malreisen nach Frankreich, Italien, England oder Mallorca sind ebenso wichtig für die Gruppe wie die Ausstellungen in Daun, Gerolstein, Manderscheid, Trier, Krefeld und Südfrankreich. Mehrfach schon stellten die sieben den Erlös aus dem Verkauf oder der Versteigerung von Bildern für soziale Zwecke zur Verfügung. Wer Jubiläum feiert, darf sich was wünschen. "Es soll so weitergehen mit unserer Freundschaft und der Kunst, am liebsten noch ganz viele Jahre", sagt Waltraud Mauer, und ihre Malerfreunde nicken.

Das Galeriefest anlässlich des 20. Geburtstags der "Gruppe Rouge" ist am Samstag, 1. Oktober, und Sonntag, 2. Oktober, jeweils von 11 bis 18 Uhr, in Daun, Ecke Leopoldstraße/Laurentiusplatz.

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