Service: Wenn Pakete auf die Reise gehen

Service : Wenn Pakete auf die Reise gehen

Postkunden, die nicht zu Hause angetroffen wurden und eine Benachrichtigung zur Abholung eines Paketes oder Päckchens bekamen, müssen in Daun seit einiger Zeit eine andere Anlaufstelle als die vertraute Postfiliale ansteuern.

Eigentlich sind es von Daun in das brandenburgische Dorf Gräben im Hohen Fläming nur rund 600 Kilometer. Eine Distanz, die ein Geburtstagspäckchen für die 94-jährige Mutter einer in der Vulkaneifel lebenden Frau normalerweise innerhalb von zwei bis maximal drei Werktagen mühelos bewältigt. An einem Donnerstag in Daun in der Postfiliale in der Lindenstraße aufgegeben, Samstag oder spätestens Montag vor Ort im Gräbener Alten- und Pflegeheim – so war es gedacht. Doch das Paket brauchte am Ende rund einen Monat und legte in dieser Zeit eine Strecke von mindestens 3000 Kilometern zurück, fast so weit wie zu Fuß von Daun nach Antalya.

Was war geschehen? Anderthalb Wochen nach erstmaligem Reiseantritt des Paketes in Daun fand Regina K. eine Benachrichtigung im Briefkasten, es sei ein Paket zur Abholung bereit in der Filiale von Paper&Trend am Michel-Reineke-Platz.

„Die Paketausgabe wurde dorthin verlagert“, erläutert Heinz-Jürgen Thomeczek, Pressesprecher von Deutsche Post DHL für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Ober-/Unterfranken und Sieger-/Sauerland mit Sitz in Frankfurt. „Der Standort ist nah an der angestammten Postfiliale und zentral in Daun gelegen, zudem sind die Ladenöffnungszeiten kundenfreundlicher und länger als zuvor“, beschreibt er die Vorteile aus Sicht der Post.

Ob es sich bei der Verlegung der Paketausgabe um einen Vorboten einer möglichen Schließung der Postfiliale in der Lindenstraße handelt?

Dazu keine Angabe, sondern: „Es ist eine übliche Maßnahme. Sowieso können unsere Kunden auch andere Partnerfilialen als Wunschort für ankommende Lieferungen nennen, wenn die von uns vorgegebene nicht optimal für sie ist.“

Das vertraute Geburtstagspaket für die im Brandenburgischen wohnende Seniorin jedenfalls kam am Michel-Reineke-Platz an und war beklebt mit dem Hinweis eines DHL-Zentrums, dass die Adresse des Altenheims nicht existiere.

Regina K. war ratlos: Erstens waren in der Vergangenheit alle Briefe mit derselben Adresse stets korrekt angekommen, zweitens war die Pflegeeinrichtung ein unübersehbarer, mehrstöckiger Gebäudekomplex und drittens ergab auch eine telefonische Nachfrage vor Ort, dass die Adresse vollkommen richtig angegeben war. Allerdings habe man immer wieder Probleme mit der Zustellung von Päckchen und Paketen, mutmaßlich wegen langer Wege und schlecht eingearbeiteter Aushilfsboten.

Regina K. klemmte das Geburtstagsgeschenk unter den Arm und ging in Daun vom Michel-Reineke-Platz zur Postfiliale in der Lindenstraße, wo sie von freundlichen Bediensteten vorsichtshalber die Kontaktdaten der Nachforschungsstelle für vermisste Sendungen gereicht bekam.

Anderthalb Wochen später war das Paket wiederum zurück in der Eifel, mit den gleichen Aufklebern angeblicher Unzustellbarkeit, ziemlich ramponiert und an der Haustür dargeboten von einer Stammzustellerin, der alles sichtlich peinlich war.

„Ich kümmere mich persönlich darum“, versprach sie und nahm das Paket mit, um es nun zum dritten Mal auf den Weg in den Osten zu schicken.

Sie hielt das Versprechen, verlieh der Sache bei der Qualitätskontrolle der Post offenbar vehement Nachdruck, und nach einigen Tagen hielt das glückliche Geburtstagskind die Geschenke in der Hand. „Besser spät als nie“, so ihr Fazit.

Angesprochen auf den Fall, betont Pressesprecher Thomeczek: „Bei dem hohen Sendungsaufkommen kann es natürlich auch mal Probleme geben. Aber dann sollte man das auf jeden Fall bei der örtlichen Postfiliale oder beim Kundenservice melden, es wird umgehend behoben.“

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