Umwelt: Werben für die Zeugen  vulkanischer Tätigkeit

Umwelt : Werben für die Zeugen  vulkanischer Tätigkeit

Der Naturpark und Unesco Global Geopark hat jüngst eine Broschüre zu den blubbernden Quellen in der Vulkaneifel veröffentlicht.

Mineralwasser- und Kohlensäurequellen sind Zeugen der vulkanischen Tätigkeit in der Vulkaneifel. Sie brubbeln und sprudeln seit Jahrtausenden in der Vulkaneifel. Gashaltiges Wasser quillt aus Spalten und Klüften der Erdkruste ans Tageslicht und zeugt von der vulkanischen Tätigkeit im Untergrund.

An vielen Stellen treten diese Mineralwasser- und Kohlendioxidquellen frei aus oder sind durch Bohrungen erschlossen und gefasst worden. Es sind überwiegend Hydrogenkarbonatquellen, sogenannte Säuerlinge, die mehr als 1 Gramm CO2 pro Kilogramm Wasser gelöst haben. Dass diese Mineralwässer außerordentlich reichhaltig wertvolle Mineralien enthalten, verdanken sie den unterschiedlichen Gesteinen im Untergrund.

Seit Jahrhunderten nutzten die Menschen in der Region das wohlschmeckende Sprudelwasser zum Trinken und Backen. Schon die Römer rühmten die Wasserqualität der Vulkaneifel-Quellen und bauten sogar Wasserleitungen für das Eifelwasser bis nach Köln. Wanderer und Eifelaner füllen bis in die Gegenwart ihre Flaschen mit dem kühlenden Nass.

Darum hat der Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel jüngst die Broschüre: „Dreese – Mineralwasser- und Kohlesäurequellen der Vulkaneifel“ herausgebracht. In ihr stellt er die bedeutendsten 27 gefassten Dreesen in der Vulkaneifel mit Fotos sowie einer Beschreibung vor. Auch die Anbindung an Wander- und Radwege, lohnenswerte Besuche in der näheren Umgebung und detaillierte Anfahrtsbeschreibungen zu den einzelnen Dreesen enthält die Broschüre.

Mit ihr möchte der Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel die Dreese als regionale Besonderheit stärker im Bewusstsein der Menschen verankern, die in der Region leben oder sie besuchen. Die Dreese sind ein unmittelbares Zeugnis der geologischen Bedingungen. Die Gesteine des Untergrundes bestimmen den Mineraliengehalt und damit den Geschmack des Dreeswassers. Das im Wasser gelöste Kohlendioxid ist Teil des vulkanischen Atems.

Die meisten Gesteinsschmelzen entstehen in einer Tiefe von 50 bis 100 Kilometern im Erdmantel. Der Aufstieg durch die darüberliegende Erdkruste verläuft nicht kontinuierlich, es kommt zum Stillstand und zur Bildung von Magmenblasen, worin auch Gase wie das Kohlendioxid freigesetzt werden, die dann weiter aufsteigen. Das Kohlendioxid verbindet sich mit dem mit Mineralien angereicherten Tiefengrundwasser. Aus dieser Verbindung entsteht prickelndes Sprudelwasser als sichtbares und trinkbares Zeichen für die vulkanische Tätigkeit in der Vulkaneifel.

„Die Dreesbroschüre ist ein Beitrag zur erdgeschichtlichen Umweltbildung in der Vulkaneifel“, sagt Werner Klöckner, Aufsichtsratsvorsitzender der Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH.

Die kostenlos erhältliche Broschüre lädt zu einer vulkaneifelweiten Kostprobe bei wohl- oder weniger bekannten Dreesen im Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel ein. Sie kann bei der Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH angefordert werden, Telefon: 06592/933203 oder per E-Mail unter geopark@vulkaneifel.de

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