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Werner Klöckner bewirbt sich um eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der VG Daun

Kommunalpolitik : „Der berühmte Schuss vor den Bug“ - Bürgermeister der VG Daun im TV-Interview

Werner Klöckner (58), seit 1994 amtierender Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, spricht über seine Gesundheit und was er vorhat, wenn er am Sonntag wiedergewählt wird.

Herr Klöckner, Sie hatten Ende November einen leichten Schlaganfall. Wie geht es Ihnen mittlerweile?

KLÖCKNER Ich habe mich in der Reha sehr gut erholt und sehe mich in der Lage, schrittweise wieder das Arbeitspensum, wie es vor dem Schlaganfall war, zu bewältigen. Es war der berühmte Schuss vor den Bug, aus dem ich meine Konsequenzen ziehe. Stand jetzt fühle mich fit genug für eine weitere Amtszeit.

Apropos Konsequenzen ziehen: War dieser Vorfall denn Anlass, der Zigarette abzuschwören?

KLÖCKNER Ich habe die letzte Zigarette am 26. November um 23.45 Uhr geraucht. Es fällt mir auch nicht schwer, darauf zu verzichten.

Wie schon vor acht Jahren, gibt es wieder keinen Gegenkandidaten. Bedauern Sie das?

KLÖCKNER Grundsätzlich hätte ich es begrüßt, wenn ich Konkurrenz gehabt hätte. Denn dann hätte die Wahl sicher eine größere Bedeutung in der Bevölkerung gehabt als sie sie jetzt hat. Wegen der besonderen Umstände bin ich nun natürlich nicht böse, keinen Wahlkampf führen zu müssen, denn das wäre mir definitiv nicht möglich gewesen.

Die Wahlbeteiligung dürfte nicht allzu hoch werden,  auch angesichts des zu erwartenden Ausgangs, dass Sie im Amt bestätigt werden. Lohnt sich der Aufwand einer Urwahl bei einer Konstellation mit einem Kandidaten, der seit mehr als 20 Jahren im Amt ist, überhaupt?

KLÖCKNER Darüber nachzudenken ist sicher erlaubt, aber die Urwahl ist festgeschrieben, egal in welcher Konstellation.

Sie sind seit 1994 Bürgermeister, also fast ein Vierteljahrhundert. Mit 58 Jahren nicht mal darüber nachgedacht, in den Jahren bis zum Ruhestand noch mal was anderes zu machen?

KLÖCKNER Salopp formuliert: Einen alt gedienten Bürgermeister wie mich kann man in der freien Wirtschaft vermutlich nicht mehr brauchen. Und für andere Aufgaben auf der politischen Ebene braucht es andere politische Mehrheiten.

2021 gibt es ja wieder eine Landtagswahl. Vielleicht tut sich dann ja noch was auf, wenn die CDU gewinnt.

(schmunzelt) Dann bin ich zu alt.

Sie haben in den vergangenen Jahren ja einiges an Projekten angeschoben und dabei ein ordentliches Tempo angeschlagen. Was nicht alle Ortsbürgermeister begeistert hat, die eine aus ihrer Sicht zu große Beanspruchung kritisiert haben. Haben Sie ihnen zu viel zugemutet oder war Ihr Weg alternativlos?

KLÖCKNER Manch einer, der geschimpft hat, geht mittlerweile mit wehenden Fahnen voran. Aus meiner Sicht gilt es, möglichst viele Themenfelder anzubieten, so dass jeder, egal ob Ortsbürgermeister, Rats- oder Vereinsmitglied, etwas findet, für das er sich einsetzen kann.

Den demografischen Wandel, seine Auswirkungen für den ländlichen Raum und wie man sich dem stellen kann, haben Sie ja schon früh thematisiert. Aber ist das wirklich schon in allen Köpfen angekommen?

KLÖCKNER Bei Weitem noch nicht. Was aus meiner Sicht aber auch nicht zu erwarten war, denn wir stehen, obwohl schon einiges gemacht wurde, immer noch am Anfang. Es ist ein ständiger Prozess, eine Daueraufgabe, es zu erreichen, dass sich großer Teil der Bürger und auch der in der Kommunalpolitik Verantwortlichen bewusst ist, dass sich etwas ändern muss und dass sie bereit sind, sich dafür einzusetzen.

Braucht es dazu auch einen Impuls von oben, sprich von der Verwaltung, oder bauen Sie auf Eigeninitiative?

KLÖCKNER Die Mischung macht’s. Wir bieten beispielsweise seit 2015 die sogenannten Zukunftskonferenzen. Wir bieten den Rahmen, unterstützen, wenn es gewünscht wird, aber die konkrete Umsetzung muss in der Gemeinde selbst gelingen. Mich beeindruckt wirklich, wie gut das in vielen Orten funktioniert. Es ist schon geschafft worden ist.

Vor einem Jahr hat der Verein Bürger für Bürger den Bürgerbus gestartet. Auf unterschiedlichen Routen werden alle Orte in der VG angefahren. Allerdings lässt die Resonanz noch zu wünschen übrig. Ein Flop oder ein Angebot, bei dessen Etablierung ein langer Atem nötig ist?

KLÖCKNER Auf keinen Fall ein Flop, sondern die Erfahrungen im ersten Jahr entsprechen dem, was die Fachleute vorausgesagt haben. Deren Einschätzung nach dauert es drei bis vier Jahre, bis sich ein Bürgerbus etabliert hat. Es ist ein Modell mit Zukunft, ich gehe deshalb davon aus, dass 2030 fast alle Orte in der VG einen eigenen Bürgerbus haben werden.

An der Etablierung des Gesundland Vulkaneifel, in dem drei Verbandsgemeinden aus drei Kreisen eine gemeinsame touristische Infrastruktur aufgebaut haben, waren Sie ja maßgeblich beteiligt. 2018 ist ein wichtiges Jahr, denn die Verbandsgemeinde Wittlich-Land wird Ende des Jahres entscheiden, ob sie weiter mit dabei sein will. Ihre Prognose?

KLÖCKNER Ich bin optimistisch und kann mir nicht vorstellen, dass man wieder zu kleineren Strukturen, was die touristische Vermarktung angeht, zurück will. Das Gesundland Vulkaneifel hat eine Größenordnung, die dem entspricht, was sich das Land vorstellt. Das Gesundland wird ja mittlerweile in Mainz als beispielhaft gesehen.

Aber ist es wirklich schon eine bekannte Marke? Etabliert auf dem Markt?

KLÖCKNER Wir brauchen sicher weitere Partner, um das Gesundland noch bekannter zu machen. Der Weg ist richtig, aber wir sind noch am Anfang. Auch in diesem Bereich braucht es einen langen Atem.

Gründungsmitglied des Gesundlands war die VG Manderscheid, die ja in der VG Wittlich aufgegangen ist. Bedauern Sie, dass es nicht gelungen ist, die Orte in der VG Manderscheid, die traditionell und bis heute nach Daun orientiert sind, in die VG Daun zu integrieren?

KÖCKNER Ja. Unsere Tür war offen, es gab Gespräche, die aber nicht zum Erfolg geführt haben. In Manderscheid baute man auf einen Erhalt der VG im Ganzen, deshalb war die Option, dass ein einige Orte nach Daun gehen, vom Tisch.

Sie waren in den vergangenen Jahren sicher häufiger in Berlin als in Bleckhausen. Kommt die eigentliche Arbeit als Verwaltungschef nicht zu kurz angesichts Ihrer vielen Verpflichtungen im Tourismussektor?

KLÖCKNER Ich glaube, was zu kurz gekommen ist, bin ich selbst, sonst wäre ich vermutlich nicht krank geworden. Ich bin sicher auf vielen Hochzeiten unterwegs, mache meine Nebenämter aber mit Überzeugung, reflektiere aber durchaus, was für die VG etwas bringt. Gute Kontakte auf vielen Ebenen, eben auch in Berlin, können aus meiner Sicht jedenfalls nicht schaden. Konkretes Beispiel: Die Neugestaltung des Dauner Kurparks wäre sicher nicht so großzügig gefördert worden, wenn ich nicht im Tourismusbereich unterwegs wäre.

Gehen wir mal davon aus, dass Sie eine komplette Amtszeit von acht Jahren absolvieren. Was wollen Sie in der Zeit erreichen?

KLÖCKNER Auf jeden Fall natürlich den Prozess „Wandel erfolgreich gestalten“, kurz Wege, fortzuführen. Mit der Zielsetzung, möglichst viele Menschen zu bewegen, die Zukunft ihrer jeweiligen Gemeinde möglichst selbst so in die Hand zu nehmen, dass es für jeden erstrebenswert ist, in dem Ort glücklich, gesund und zufrieden leben zu können. Ich bin der Überzeugung, dass die Zukunft von ländlichen Regionen, vielleicht sogar der Gesellschaft allgemein, in der Selbstorganisationsfähigkeit von Gemeinschaften liegt. Das versuchen wir vor Ort zu unterstützen und weiter aufzubauen. Um mehr und mehr in der Lage zu  sein, da , wo es nötig ist, ersetzen zu können, was Familie herkömmlich leistet.

Irgendetwas, was Sie bis 2026 abgeschlossen haben möchten?

 Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling
Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: klaus kimling/klaus kimmling
 Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling
Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: klaus kimling/klaus kimmling
 Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling
Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: klaus kimling/klaus kimmling
 Strebt eine weitere Amtszeit an: Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun.
Strebt eine weitere Amtszeit an: Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun. Foto: klaus kimling/klaus kimmling
 Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling
Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: klaus kimling/klaus kimmling
 Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling
Strebt eine weitere Amtszeit als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun an: Werner Klöckner. TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: klaus kimling/klaus kimmling

KLÖCKNER Abzuschließen gibt es nichts, es bleibt ja alles in Bewegung. Ein Wunsch ist, eine dauerhafte Zukunft für die Realschule plus in Gillenfeld hinzukriegen. Das ist eine echte Herzensangelegenheit, sicher kein leichtes Unterfangen, aber es mit Unterstützung des VG-Rats ist einiges getan worden, um die Schule zu sichern.