Weshalb Gerolstein nicht Schilda ist

Weshalb Gerolstein nicht Schilda ist

Der Bauausschuss stimmt der Generalsanierung des Gemeindehauses im Stadtteil Gees zu - mit einem Zusatzauftrag.

Eigentlich sollte nach dem mehrjährigen Ausbau der K 33 durch den gesamten Ort und der derzeit laufenden Kompletterneuerung des Vorplatzes vor dem Gemeindehaus, wo ein neuer Treffpunkt mit Brunnen entstehen soll, erst einmal Ruhe sein. Theoretisch. Aber die Praxis sieht anders aus.

"Das Dach des Gemeindehauses ist an mehreren Stellen undicht, und nach Auskunft von Experten lohnt es sich nicht mehr, es zu flicken. Die Heizung fällt öfters mal aus. Und im dritten Jahr nach dem Wasserschaden stellt sich heraus, dass die Reparatur nicht erfolgreich war, sondern Estrich, Parkett und Fliesen weiter durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden." Mit diesen Worten umschreibt der Geeser Ortsvorsteher Markus Hetzius die Situation ums Gemeindehaus.

Das Problem: Durch den Wasserschaden 2015 waren nicht nur Estrich, Parkett, die raumhohen, verschiebbaren Wandelemente zur Aufteilung des Saales sowie die Deckenabhängungen im Keller und weiteres Mobiliar beschädigt und zwischenzeitlich repariert, beziehungsweise teilweise dank Versicherungsrückerstattung ersetzt worden. Inzwischen hat sich laut Hetzius herausgestellt, dass auch der Betonboden und vor allem die Schüttung unter dem Estrich Wasser aufgenommen hat, aufgequollen ist und nun auch das neue Parkett angehoben und beschädigt hat. Sein Fazit - und zugleich Vorschlag an den Bauausschuss der Stadt Gerolstein: "Wir müssen da noch mal ran. Es hilft nur eine Generalsanierung."

Das in dieser Frage entscheidende Gremium hat sich davon überzeugen lassen und der Sanierung zugestimmt. Die derzeit mit rund 140 000 Euro veranschlagten Arbeiten sollen nun ausgeschrieben und im nächsten Jahr erledigt werden. Die Stadt Gerolstein will dafür einen Zuschussantrag beim Land über 60 Prozent der Kosten stellen, die verbleibenden 40 Prozent will sie selbst tragen.

Und der Bauausschuss hat einem weiteren Antrag zugestimmt: dass nämlich jetzt, wo für den neuen Vorplatz und die neue Stützmauer bereits viel gebaggert wird, auch gleich rund ums Haus ein Graben gezogen wird, um den Sockel des Gebäudes freizulegen und neu zu isolieren. Mehrkosten laut Auskunft der Bauabteilung im Rathaus Gerolstein: rund 6000 Euro. "das klingt - leider - vernünftig", sagte beispielsweise Ausschussmitglied Tim Steen (Grüne) dazu. "Leider", weil es Mehrkosten verursacht. "Vernünftig", weil die Arbeiten im Rahmen der laufenden Bauarbeiten günstiger ausfallen dürften als bei einem neuen Auftrag zu einem späteren Zeitpunkt. Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) sieht das genauso. Er sagte: "Wenn wir nun das neue Pflaster legen und es später für die Sockelisolierung wieder herausreißen, dann meinen die Leute doch, hier wäre Schilda."