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Wie 2001: Warum Hillesheims Geschichte nicht nochmal aufleben lassen?

Diskussion um Historische Festwoche : Hillesheims Geschichte nochmal aufleben lassen?

Vor 20 Jahren, im August 2001, hat Hillesheim eine historische Festwoche gefeiert, die noch lange nachgehallt hat und vielen noch immer in guter Erinnerung ist. Wie wäre es mit einer Neuauflage mit Hexen, Henkern, Gauklern und  Spielleuten?

Vor 20 Jahren hat Hillesheim eine der schönsten Feiern seiner langen Geschichte erlebt – und dabei über mehrere Tage Geschichte erlebbar gemacht: mit Hexen, Henkern, Gauklern, Spielleuten und Amtmännern – und allerlei sonstigem Volk. Das war während der historischen Festwoche im August 2001.

Eine Woche lang zogen Menschen in historischen Gewändern durch die Stadt, brachten Darsteller und Darstellerinnen (wie beim Bühnenstück „Der Hexenprozess“) die oftmals sehr rüden bis menschenverachtenden Sitten, Gebräuche und Gesetze der damaligen Zeit den Besuchern näher, zeigten Korbflechter, Schmiede und Ritter ihr Können, verbreiteten Kräuterfrauen, Bauern und Bader ihr Wissen über Natur und Mensch.  Es wurde in Text, Bild und Zwiegespräch erinnert an die Geschichte des Augustiner-Klosters, das Mitte des 13. Jahrhundert erbaut wurde und ab 1759 das Eifel-Gymnasium beherbergte. Auch die damals 450-jährige Stadtgeschichte war Gegenstand vieler Festtagsaktivitäten. Besonders das zweitägige Bürgerfest, das das Leben im Mittelalter zeigte, lockte viele Besucher an.

Ideengeber, Vater und Cheforganisator dieser historischen Festwoche war der inzwischen verstorbene Hermann Meyer, Pfarrer und Regionalhistoriker aus Hillesheim. Er erfüllte sich (und vielen Hillesheimern) einen Traum. Damals sagte er dem TV: „ Auslöser für die Festwoche waren die Theaterstücke an der Stadtmauer. Da dachte ich mir: Man könnte doch auch die eigene Geschichte  – den Hexenprozess, der dort stattfand oder den Kampf um Hillesheim – darstellen.“

Gesagt, Dutzende bis Hunderte Mitstreiter und Mitstreiterinnen gewonnen, Kostüme geschneidert oder in der gesamten Republik geliehen, geprobt, geprobt, geprobt, 1,5 Jahre vorbereitet: Und fertig war die einmalige Historische Festwoche Hillesheim – an der sich gefühlt jeder Einwohner irgendwie beteiligte: als Darsteller, Aufbauhelfer, Schneider, Besucher ... Und das Fest wurde ein Bombenerfolg: Es entstand in der Stadt ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, mehr als 1000 Besucher erlebten alleine die beiden großen Aufführungen an der Stadtmauer („Der Hexenprozess“ und „Der tapfere Schmied“) und auch finanziell gab es keinen Verlust.

Wie wäre es also, nochmals so ein Fest aufleben zu lassen? Manfred Schmitz, seit rund 30 Jahren Chef der Tourist-Info Hillesheim, sagt: „Das war schon eine tolle Sache, die lange nachgehallt hat. Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen daran. Zum Beispiel an die Theaterstücke vor der Stadtmauer oder das zweitägige Mittelalterfest, für das eigens Hütten und ganze Häuser nachgebaut worden waren, und an die vielen Menschen in ihren prächtigen, zum größten Teil selbstgenähten Kleidern. Herrlich.“

 Hunderte Edelleute in feinstem Gewand, Handwerker und einfache  Bürger zogen beim Festmarsch durch die Stadt – und auch furchtlose Ritter waren unterwegs.
Hunderte Edelleute in feinstem Gewand, Handwerker und einfache  Bürger zogen beim Festmarsch durch die Stadt – und auch furchtlose Ritter waren unterwegs. Foto: TV/Piecha-Knieps, Foto Rosenkranz, Felicitas Schulz
Wie  2001: Warum Hillesheims Geschichte nicht nochmal aufleben lassen?
Foto: Hübner

Und eine Neuauflage? „Grundsätzlich würde ich sagen: Hillesheim mit der einmaligen Kulisse der Stadtmauer und der vielfältigen, auch heute noch sichtbaren Geschichte, ist geradezu prädestiniert für ein solches Fest. Das wäre – neben dem Burgenfest in Manderscheid – ja auch einzigartig in der Region.“ Aber, so sagt Schmitz aus langjähriger Erfahrung, stehe und falle alles mit der Unterstützung. Er sagt: „Einer oder eine muss es in die Hand nehmen und dabei die volle Unterstützung der Stadt und der Vereine haben. Sonst klappt es nicht.“ Aber ein solches Fest müsse ja auch nicht jährlich veranstaltet werden, sondern vielleicht im Fünf-Jahres-Turnus. Schmitz: „Man könne das aktuelle Jubiläum ja zum Anlass nehmen, mal in der Stadt darüber nachzudenken und es in fünf Jahren dann wiederaufleben zu lassen.“