Wie die Bauern früher zu Hause webten

Wie die Bauern früher zu Hause webten

SCHALKENMEHREN. Die Winterpause ist beendet: Am Samstag, 1. Mai, öffnet das Heimweberei-Museum in Schalkenmehren wieder seine Pforten. Zum Saisonbeginn ist am Wochenende zusätzlich eine Ausstellung mit Filz-Accessoires geplant.

Seit seiner Gründung vor elf Jahren ist das in der ehemaligen Volksschule untergebrachte Heimweberei-Museum Schalkenmehren ein markanter Punkt in der regionalen Museumslandschaft. Denn es erinnert an die Jahrzehnte lange Arbeit der Heimweberei-Genossenschaft Schalkenmehren. Die Bauern webten in ihren Häusern vor allem in den Zeiten, in denen die Landwirtschaft im Wesentlichen ruhte - während der so genannten Füllzeiten. Auftragsvergabe, Einkauf der Garne sowie Verkauf der handgewebten Textilien erfolgten im genossenschaftlichen Werkhaus. Dort erhielten die Bauern-Weber auch ihren Lohn, der für ihre Familien oftmals das einzige Einkommen bedeutete. Organisiert wurde der genossenschaftliche Betrieb mehr als 50 Jahre lang von Geschäftsführer Fritz Haupenthal (1905 bis 1996), der "rechten Hand" der eigentlichen Initiatorin und Gründerin der Genossenschaft, der ehemaligen Lehrerin Anna Droste-Lehnert (1892 bis 1976), die sich ebenfalls über Jahrzehnte für das Wohl der Menschen von Schalkenmehren eingesetzt hat. Die Erinnerung an diese für die Geschichte des Dorfs so wichtige Epoche und an das oft harte Leben der Menschen im Zentrum der Vulkaneifel hat sich der Museums-Arbeitskreis zur Aufgabe gemacht. In der Einrichtung wird den Besuchern gezeigt, wie Wolle gesponnen wurde und wie mühsam das Weben am traditionellen Handwebstuhl war. Sowohl die Gerätschaften als auch verschiedene Web-Erzeugnisse werden vorgestellt. Neben den Vorführungen werden bei der Sonder-Ausstellung einfallsreiche Accessoires der Filz-Künstlerin Beate Lambrecht aus Mehren/Gillenfeld gezeigt: Schals, Taschen, Hüte und Schmuck aus Filz können am Samstag, 1. Mai, von 15 bis 17 Uhr und am Sonntag, 2. Mai, von 10 bis 11 und von 15 bis 17 Uhr bestaunt werden. Die gleichen Öffnungszeiten gelten auch für alle Wochenenden bis Ende September. Gruppenführungen sind jederzeit nach Voranmeldung bei Ortsbürgermeister Edmund Scholzen, Telefon 06592/4085, möglich.

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