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Wie ist die Corona-Lage an Schulen im Vulkaneifelkreis?

Schulen und Corona : So ist die Corona-Lage an Schulen im Vulkaneifelkreis

Wegen der hohen Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Vulkaneifel spitzt sich auch die Situation an den Schulen immer mehr zu. Wir haben die Leiter von vier Schulen zum aktuellen Stand befragt.

Im Januar und Februar sei noch alles wunderbar gewesen. „Jetzt kommt morgens eine Krankmeldung nach der anderen rein“, sagt Martina Willems von der Grundschule (GS) Uersfeld. Sie ist die Leiterin einer der kleinen Grundschulen im Landkreis und berichtet, dass von den 79 Kindern in fünf Klassen mit Stand vom Montag, 21. März, 15 an Corona erkrankt waren, sechs weitere Symptome hatten, aber noch negativ getestet und vorsorglich zu Hause geblieben waren. Einige Kinder habe es „richtig erwischt“, die meisten hätten nach Auskunft der Eltern einen milden Verlauf. Unter den Erkrankten befänden sich Geimpfte und Ungeimpfte, zwei Kinder seien zum zweiten Mal mit Corona infiziert.

Die betroffenen Kinder werden mit Unterrichtsmaterial versorgt. Es werde grundsätzlich gut und verlässlich gearbeitet, sodass keine Defizite bestünden, wenn sie wieder in die Schule zurückkehrten, betont die Schulleiterin. „Wir fünf Lehrkräfte sind gesund und bleiben es hoffentlich auch“, sagt Martina Willems. Wenn nur eine Lehrkraft erkranke, müsse eine Klasse zu Hause bleiben. „Das ist halt so an den kleinen Schulen“, räumt sie ein. Dass das Land zum 14. März die Maskenpflicht an Grund- und Förderschulen aufgehoben habe, halten Martina Willems und ihre Kollegen für unverantwortlich und widersprüchlich mit Blick auf die hohen Infektionszahlen. „Unsere Kinder tragen weiterhin Masken. Und das ist auch das kleinste Problem“, meint sie.

„Hier an der Augustiner-Realschule Hillesheim sind wir lange Zeit recht glimpflich mit Corona weggekommen“, erklärt die Schulleiterin Andrea Stabel. Doch zurzeit sei die Infektionszahl recht hoch. 17 Schüler seien aktuell erkrankt. Eine Lehrkraft könnte infiziert sein, das Testergebnis stehe aber noch aus. Anfang März hätten sich gleichzeitig vier der 23 Lehrkräfte und zwei Integrations-Helferinnen in häuslicher Absonderung befunden.

Die Betroffenen an der Augustiner-Realschule kommen aus fast allen Klassenstufen. Da die Klassen im Wahlpflichtfach, in Sport, in Religion und Ethik sowie im Ganztagsangebot gemischt werden, finden tägliche Tests in fast allen Klassen statt. „Und meistens ‚erwischen’ wir einen oder zwei Schüler mit positiven Schnelltests“, erklärt die Schulleiterin. Und sehr selten stelle sich beim anschließenden PCR-Test das Ergebnis als falsch heraus. Auch die meisten der betroffenen Hillesheimer Realschüler weisen bisher nur leichte Symptome auf und sind bei der Freitestung nach sieben Tagen dann auch virenfrei, können somit rasch in die Schule zurückkehren.

Glücklicherweise habe das mündliche Abitur am 21. und 22. März reibungslos durchgeführt werden können, berichtet uns Dr. Torsten Krämer, der Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) Daun. Das sei keineswegs selbstverständlich gewesen – bei aktuell 46 infizierten Schülern und zwölf infizierten Lehrkräften. Noch am Wochenende vor dem Mündlichen habe der Prüfungsplan mehrfach geändert werden müssen. Alle Abiturienten hätten ihre Prüfungen in Präsenz bestreiten können. Für drei Prüfungen sei es notwendig gewesen, eine Kollegin des benachbarten Thomas-Morus-Gymnasiums als Protokollantin einzusetzen. Ein Prüfer habe nach Absprache mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier per Videokonferenz von zu Hause aus zugeschaltet werden müssen – „was aufgrund unserer technischen Ausstattung gut möglich war“, betont Krämer. Und sagt: „Die herausfordernde Situation durch Corona war nur als Gemeinschaftsleistung zu bewältigen.“

Getestet wird am GSG grundsätzlich zwei Mal pro Woche, ein Muss für Nichtimmunisierte, freiwillig für Immunisierte. Außerdem finden im Infektionsfall in einer Klasse oder in einem Kurs Sondertestungen statt. So seien in der elften Kalenderwoche insgesamt 2000 Tests durchgeführt worden, erklärt der Schulleiter.

Auch an der Berufsbildenden Schule (BBS) Vulkaneifel Gerolstein sind nach Auskunft von Schulleiter Günter Karst in den vergangenen drei Wochen die Infektionszahlen bei Schülern und Lehrern stark gestiegen. „Wir sind froh, dass die Maskenpflicht am Platz um weitere zwei Wochen verlängert wurde, und plädieren anschließend für ein freiwilliges Tragen von Masken im Unterricht“, sagt Karst. Er lobt die Schüler: „Sie verhalten sich nach wie vor sehr diszipliniert und setzen die Hygienemaßnahmen um: Abstand halten, Masken tragen und testen.“