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Wie man in Kläranlagen Energie spart

Wie man in Kläranlagen Energie spart

80 Experten für Kläranlagen haben sich in Kyllburg getroffen, um darüber zu sprechen, wie und wo man Energie sparen kann. Fazit: In vielen Anlagen kann man den Verbrauch um die Hälfte reduzieren.

Kyllburg/Nattenheim. Angesichts der drastisch gestiegenen Stromkosten ist es auch für die Kommunen wichtig, ihren Energiebedarf so weit als möglich zu senken, um zusätzliche Belastungen von den Bürgern fernzuhalten. Kläranlagen, als größten Stromverbrauchern der Kommunen, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Zu diesem Thema haben sich auf Einladung des Ingenieurbüros BITControl aus Nattenheim mehr als 80 Experten für Kläranlagen im Eifeler Hof in Kyllburg getroffen.
Vertreter von Behörden, Betreibern, Ingenieurbüros und Herstellern aus ganz Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen referierten und diskutierten über die Steigerung der Energieeffizienz in Kläranlagen.
Speziell zu dieser Thematik hat BITControl laut eigenen Angaben in den vergangenen Jahren seine Qualifikation gezielt ausgebaut und den Energieverbrauch auf einer Vielzahl von Kläranlagen um bis zu 75 Prozent senken können. Die Referenten zeigten in Projektbeispielen, dass hier noch viele Möglichkeiten schlummern.
Durchschnittlich verbrauchen Kläranlagen je angeschlossenem Einwohner etwa 40 Kilowattstunden pro Jahr. Dieser Wert lässt sich durch moderne Technik und intelligente Verfahren und Steuerungen auf bis zu 20 Kilowattstunden pro Jahr senken.
An einer Beispielkläranlage zeigte Diplom-Ingenieur Norbert Meyer vom Ingenieurbüro BITControl, dass die eingesparte Kilowattstunde bei einem Beispielprojekt nur fünf Cent kostet.
Geht man von einem Preis von 20 Cent pro Kilowattstunde aus, wären das vier Euro. Für eine Kläranlage, die 25 000 Einwohner versorgt, würde das etwa 100 000 Euro ausmachen.
Eingesparter Strom spart dem Betreiber nicht nur Kosten, er muss zudem auch nicht mehr durch umweltschädliche Kraftwerke oder Wind- und Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Er stellt daher die sauberste aller Energieformen dar.
In einem Einführungsvortrag stellten die Referenten von den Stadtwerken Trier das Verbundprojekt Eifel Energie vor.
In diesem bundesweit beachteten Projekt werden die verschiedensten erneuerbaren Energieformen, darunter auch die Potenziale der Kläranlagen, in einer Verbundleitung zusammengeführt, die mitten durch die Eifel von Trier bis zu den Stauseen der Nordeifel führt.
Daneben stellten die Referenten den Weg zur Energieneutralität (ausgeglichene Energiebilanz) der Hauptkläranlage Trier vor, der 2016 abgeschlossen sein wird. red/utz