„Wie schön, dass es zwischendurch auch Feste gibt“

KIRCHE : „Wir feiern heut’ ein Fest“

Die Grundsteinlegung vor 50 Jahren in Darscheid, die erste urkundliche Erwähnung vor 700 Jahren, die Wiedereröffnung vor 70 Jahren und der Abschluss der Renovierung in Daun: Gründe genug für zwei Jubiläumsfeiern von Pfarrkirchen in der Vulkaneifel und für Bischofsbesuch.

Die zur gleichen Zeit wie die Darscheider Heilig-Kreuz-Kirche erbaute Thomas-Morus-Kirche in Daun gibt es schon nicht mehr, und wie vielerorts sind in Darscheid die Gottesdienstbesucherzahlen niedrig, und die Kirchenaustritte nehmen zu. Dennoch: „Wir feiern heut’ ein Fest“, sangen die Kindergartenkinder zu Beginn des Festgottesdienstes zur Erinnerung an die Grundsteinlegung der Pfarrkirche Heilig-Kreuz im Jahr 1969 (siehe Infobox).

Dechant Klaus Kohnz stellte seine Predigt unter die Begriffe „danken“ und „nachdenken“. Zu danken sei dem damaligen Pfarrer Hermann Hellinghausen für seine Initiative und seinen vielfältigen Einsatz - „und überhaupt allen, die hier tätig waren und es noch sind“, betonte er. Nachzudenken sei darüber, ob die Kirche in Zukunft im Dorf bleibe oder „von den Stürmen der Zeit weggeweht“ werde. Jede Kirche sei ein Zeigefinger nach oben, jedes Kreuz ein Pluszeichen für den getauften Christen, predigte der Dechant und legte den Gottesdienstbesuchern ihre Kirche als einen Ort für Freude und Hoffnung und Sorgen und Nöte gleichermaßen ans Herz.

An Kohnz’ Seite am Altar waren Bischofskaplan Marco Weber, Pater Sabi Georges und Diakon Bernhard Saxler. Musikalische Festlichkeit verbreitete der von Karina Mayer (Gillenfeld) geleitete Kirchenchor Mehren-Demerath. Nach dem Gottesdienst fand ein Jubiläumspfarrfest statt.Kirchliche Festfreude am gleichen Tag auch in Daun! Hier galt es, unter dem Motto „700&70“ an zwei besondere Ereignisse aus der 1000-jährigen Geschichte der St.-Nikolaus-Kirche zu erinnern und den Abschluss der umfassenden Außen- und Innensanierung (der Trierische Volksfreund berichtete) zu feiern.

Den Festgottesdienst leitete (an der Seite der Priester Ludwig Hoffmann und Stanislaw Stepka) der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Er sagte: „Glückwunsch, Kompliment und Danke“ und bezeichnete die Dauner Pfarrkirche als „eine Gottesburg, die in das Gemeinwesen hineinleuchtet“.

Stephan Ackermann schwärmte von dem bergenden Charakter des Innenraums, besonders auch von dem markanten Gabelkreuz im Chorraum. Mit ihrem Engagement für die Renovierung hätten die Verantwortlichen und Pfarrangehörigen vor Ort deutlich gemacht, dass es ihnen nicht egal sei, wie ihre Kirche aussehe, betonte er. Und appellierte mit Blick auf das häufig skizzierte Bild von Kirche („sie hat Probleme oder macht Probleme“) daran, sich umso mehr an dem gemeinsamen Ringen um die Kirche Jesu Christi und um ein erneuertes Miteinander zu beteiligen. „Wie schön, dass es zwischendurch auch Feste gibt“, meinte der Bischof – „und zwar nicht, um uns abzulenken oder wegzuträumen, sondern um den Glauben zu weiten und das Leben heller zu machen.“

Mit einer großen Festgemeinde feierte Bischof Stephan Ackermann (Mitte) an der Seite der Priester Ludwig Hoffmann (rechts) und Stanislaw Stepka (links) den Gottesdienst zum Doppeljubiläum der St. Nikolauskirche. Foto: Brigitte Bettscheider

Von der Angemessenheit, ein Fest zu feiern, sprach auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hans-Georg Hoffmann. „Wir Dauner können stolz auf unsere Kirche sein. Sie ist ein besonderer, kostbarer Ort“, sagte er. Das unterstrichen mit festlichen Klängen und Gesängen der Kirchenchor Daun, der Projektchor der Pfarreiengemeinschaft Daun und Dekanatskantor und Organist Hubert Blaum.