1. Region
  2. Vulkaneifel

Wiesbaumer Tüftler wollen in Berlin glänzen

Wiesbaumer Tüftler wollen in Berlin glänzen

Als eines von zwei Unternehmen aus Rheinland-Pfalz ist die Firma Premosys zur Woche der Umwelt im Schloss Bellevue in Berlin eingeladen. Gemeinsam mit der Uni Bonn entwickelten die Wiesbaumer einen Sensor, der Unkraut erkennen und bekämpfen kann.

Wiesbaum. Der Prototyp hat noch keinen eingängigen Namen - im Fachjargon nennt er sich "Sensorarray zur punktgenauen Ausbringung von Herbiziden", doch hinter der komplizierten Bezeichnung verbirgt sich eine große Idee.
"Das Gerät erkennt Unkraut anhand seiner Reflexionseigenschaften und kann es auf einer minimalen Zielfläche mit einem Herbizid benetzen", erklärt Matthias Kuhl, Geschäftsführer der im Wiesbaumer Unternehmenspark Higis ansässigen Firma Premosys. Entgegen der heutigen Praxis, Felder und Äcker großflächig mit Pflanzengiften einzusprühen, sei es mithilfe der Sensorik möglich, umweltschonend zu arbeiten, sagt Kuhl. "Das gemeinsame Projekt mit dem Institut für Landtechnik der Universität Bonn steckt noch in der Entwicklung."
Noch seien die Sensoren und die weitere Technik auf einer Handkarre montiert - "doch das System funktioniert und kann auch auf großen Maschinen angebracht werden, hier sind keine Grenzen gesetzt" sagt der Geschäftsführer. Ziel der Forschungsarbeit: "Nachhaltigkeit und die Möglichkeit dank reduzierten Einsatzes der Pflanzenschutzmittel hochwertige Lebensmittel umweltschonend zu produzieren", heißt es in der Beschreibung des Projekts. "Wir sind selbstverständlich stolz darauf, nach Berlin eingeladen zu sein", sagt Kuhl. Zur Woche der Umwelt im Schloss Bellevue fährt er gemeinsam mit seinem Sohn Markus, einem der 14 Mitarbeiter bei Premosys. Auch die Uni Bonn schicke zwei Vertreter. Zwei Jahre Entwicklungsarbeit stecken im Projekt, ab Juli soll es produktionsreif sein. Die Jury des Bundesministerialamtes, die Aussteller zur Woche der Umwelt bestimmt, zeigte sich von der Idee des Wiesbaumer Unternehmens begeistert. Seit 1999 entwickelt Premosys Systeme zur optischen Sensor- und Messtechnik samt unterstützender Hard- und Software für einen weltweiten Kundenstamm - in etlichen Produktionshallen steckt Technik aus Wiesbaum. nowExtra

Matthias Kuhl, Chef des in Wiesbaum ansässigen Unternehmens Premosys (linkes Foto), freut sich über die Einladung des Bundespräsidenten. Noch ist die Technik auf einem Handkarren montiert, doch einer weiteren Verwendung auf großen Maschinen sind keine Grenzen gesetzt. TV-Fotos (2): Vladi Nowakowski Foto: (e_gero )

Vom 7. bis 8. Juni lädt Bundespräsident Joachim Gauck zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zur Woche der Umwelt in den Park von Schloss Bellevue ein. Die Leistungsschau stellt die innovativsten Umweltprojekte Deutschlands vor und findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Rund 200 Aussteller werden auf der 4000 Quadratmeter großen Fläche am Amtssitz des Bundespräsidenten ihre Ideen und Projekte präsentieren. Neben Premosys aus Wiesbaum wurde auch das Unternehmen HSI Hydro Engineering aus Morbach eingeladen, das Wasserkraftwerke zur nachhaltigen Energieerzeugung herstellt. now