Wildgewordene Sau sorgt für Aufregung

Wildgewordene Sau sorgt für Aufregung

Ein Jäger hat gestern eine 150 Kilogramm schwere Wildsau erlegt, die in der Nähe eines gut besuchten Supermarkts in Gerolstein ihre Runden drehte. Der 81-Jährige wurde dabei leicht verletzt.

Walter Assion (81) hat die wildgewordene Sau erlegt – und Blessuren davongetragen. TV-Fotos: Mario Hübner (2).

Gerolstein. Sie war schwer, wurde immer wilder und letztlich mit drei Schüssen niedergestreckt: Eine etwa 150 Kilogramm schwere Wildsau, die vermutlich durch eine Treibjagd auf der anderen Kyllseite aufgeschreckt worden war und am Freitagmittag in der Nähe eines Supermarkts in der Sarresdorfer Straße aufkreuzte, sorgte für Aufregung.

Erst dreht das Tier ein paar Runden vor dem gut besuchten Einkaufszentrum und erschreckt allein durch seine Anwesenheit einige Passanten.

Die Polizei rückt an und versucht das Tier von dem Einkaufszentrum wegzulocken. Das gelingt. Die Bache läuft auf den umzäunten Hof einer benachbarten Firma. Dort erblickt Mitarbeiter Thomas Seurer (42) von seinem Bürofenster aus das Tier und will zunächst seinen Augen nicht trauen. Er geht zur Tür und eilt, als die große Wildsau sich auf der anderen Seite des Hofs aufhält, zum Stahltor. Mit seinem Schlüssel setzt er das Gatter in Bewegung, huscht heraus und schließt den Hof ab. "Ein großes Glück, denn im Supermarkt hätte das ganz anders ausgehen können", sagt Willi Hoffmann, Chef der Gerolsteiner Polizei, der selbst im Einsatz ist.

Doch unter Kontrolle ist die Lage noch nicht. Die gefangene Sau rennt am Zaun entlang und wird immer wilder. Hoffmann berichtet: "Das war echt gefährlich. Die Sau ist mit voller Wucht gegen das Stahltor gerannt. Das hat mächtig gekracht."

Als sie sich in einiger Entfernung einem Stück Jägerzaun aus Holz nähert, der dem Tier nie und nimmer Stand gehalten hätte, versuchen die Polizisten und der zwischenzeitlich eingetroffene Jäger Walter Assion (81), das Tier zu verscheuchen. Das gelingt. Assion setzt an und trifft die Sau mit Spezialmunition zum ersten Mal. Das Tier fällt um. Der Jäger setzt den Fangschuss.

Als die Bache regungslos auf dem Boden liegt, betritt der Jäger, gesichert durch die Polizeibeamten in seiner Nähe, den Hof. Er setzt zum ultimativen Fangschuss an. Doch plötzlich springt das starke Tier auf und greift den 81-Jährigen an. Jeweils ein dicker Bluterguss am Ellenbogen und Oberschenkel zeugen davon. Später sagt Assion: "Zum Glück hat mich das Tier nicht gebissen, das Ganze war nicht ohne." Nach dem dritten Treffer läuft das Tier noch einmal halb ums Gebäude und verendet.

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