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Willi Hoffmann aus Mehren hat einer Deutz-Traktor von 1950 restauriert.

Oldtimer : Wie Willi Hoffmann aus Mehren einen 1950er Deutz-Traktor vor dem Schrottplatz rettete

Da hat er ganze Arbeit geleistet: Willi Hoffmann hat viele Stunden investiert, um einen alten Deutz-Traktor wieder auf Vordermann zu bringen.

Eine ehemalige Mühle kann ein guter Ort sein, wo man einen alten Schatz findet. Willi Hoffmann brachte mit seinem Vater und seinem Bruder einen „Schatz“ auf die Mehrener Mühle, der eine eigene Geschichte erzählt.

Um 1950 wurden die Pferde ab- und die Traktoren angeschafft. Und dieses Baujahr 1950 trägt auch ein „blinkender“ Deutz, der heute in Hoffmanns Garage steht. Der weitere Steckbrief weist aus: 1260 Kilogramm Leergewicht, zwölf PS, 1100 Kubikzentimeter, Fußbremse, Viergang. Zuvor besaßen die Hoffmanns schon einen Deutz Baujahr 1941, mit acht Kilometer Spitzenleistung, Handbremse, Starterkurbel, der laut Liste 3213 Reichsmark und 40 Pfennig kostete.

Wie der alte Deutz-Traktor wieder auf Hochglanz poliert wurde

Hermann Hoffmann entdeckte auf dem Schrottplatz der Familie Heinen in Gillenfeld den „1950er“, verrottet und vergammelt, eigentlich nur noch Schrottwert. Willi Hoffmann hatte es sich aber in den Kopf gesetzt, diesen Schlepper wieder richtig gangbar und ansehnlich zu machen. Da leistete der Vorgänger noch sehr gute Dienste bei der Ersatzteilbeschaffung. Dessen Lampen wurden komplett verwendet und eingebaut.

Als ehemaliger Bauschlosser hatte Hoffmann keine Mühe, für den Oldtimer zwei neue Kotflügel zu bauen und anzubringen. Aber was war mit der Elektrik? Davon hatte der ehemalige Eisenhandwerker keine Ahnung, doch es gelang ihm mit einem Bekannten, den „Strom“ in den richtigen Kreislauf zu bringen. Sonst hat der 74-Jährige alles selbst wiederhergestellt in der geräumigen Werkstattgarage und erarbeitet. Für das gesamte Werkeln benötigte er mehr als ein Jahr, denn er konnte sich nur dann und wann um sein Vorhaben kümmern. Mit Original grüner „Deutzfarbe“ spritzte der rüstige Rentner seinen geliebten Traktor um, der heute zum Bestaunen in der Werkstattgarage steht. „Eine Holzsäge hatte der Traktor auch, die öfters für das Zerkleinern des Winterholzes genutzt wurde“, erklärt Hoffmann und geht nochmals stolz und langsam um das tiefgrüne 1950er-Modell, das er gern Interessenten zeigt, und er weiß: „In Schalkenmehren läuft noch ein Deutz, der wenige Jahre mehr auf dem Buckel hat.“

„Miller Wellem“, so wurde Hoffmann früher von seinen Mitschülern genannt, bei denen er beliebt war, weil er auch spannende Aufsätze schreiben konnte, lebt heute allein auf dem großen Mühlenanwesen. Ob ihm langweilig wird, weil das Bulldogwerk, die Schlosserarbeit und die Landwirtschaft  schon länger beendet sind? „Nein“, meint der Oldtimer-Fan. „ Hier gibt es jeden Tag in jeder Ecke etwas zu knuseln!“ Sein Bruder Hermann, der Deutz-Beschaffer, hat den Münstermaifelder Bahnhof erworben, wohnt dort mit seiner Familie, und sammelt auch jetzt noch Oldtimer. Aber jetzt sind es Autos, wie ein Peugeot 203 oder auch zwei 280er Mercedes.