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"Willkommen im Männerclub"

"Willkommen im Männerclub"

HILLESHEIM. Versöhnliche Töne bestimmten die gestrige Einführung der neuen Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim. Vertreter der Ratsfraktionen, die Orts- und VG-Bürgermeister sowie Heike Bohn selbst beschworen eine konstruktive Zusammenarbeit.

Zum Floristen braucht Heike Bohn die nächsten Tage nicht zu gehen. Einige Sträuße und Gestecke werden Wohnung oder Bürgermeister-Büro zunächst einmal hübsch dekorieren. Sie sind Ausdruck der Glückwünsche, die gestern viele Vertreter aus Politik und Verwaltung der neuen Bürgermeisterin der VG Hillesheim im Rahmen ihrer offiziellen Einführung im Rathaus überbrachten. Bohn, nach ihrem Wahlsieg am 22. Juni erste weibliche hauptamtliche Bürgermeisterin der Region Trier, tritt als Parteilose die Nachfolge von Alfred Pitzen an. "Sie haben mit dem Slogan ‚Herz, Hand und Verstand für die VG‘ damals um Vertrauen geworben", blickte Helmut Schmitz, erster Beigeordneter der VG, in Abwesenheit von Pitzen zurück. Er ermutigte Bohn, dies zum Leitbild der VG zu machen. Eine vertrauensvolle und loyale Zusammenarbeit zwischen Ortsgemeinden und VG sowie zwischen Rat und Verwaltung, die die Gemeindeordnung laut Schmitz impliziere, sagten alle Redner der 36-jährigen Unternehmerin zu. An die übrigen VG-Bürgermeister im Kreis richtete Landrat Heinz Onnertz den Appell, im Beisein von Bohn demnächst in einer etwas anderen Tonlage als unter Männern gewohnt zu diskutieren. Dies griff Karl Häfner als Vorsitzender der Gemeinde- und Städtebund-Kreisgruppe Daun auf und hieß Bohn "herzlich im Männerclub willkommen". Für die Ortsbürgermeister in der VG verkündete Matthias Meyer (Oberbettingen) die "feste Absicht, das Miteinander konstruktiv zu gestalten". Wie Meyer prognostizierte auch Berthold Becker (CDU-Ratsfraktion) keinen leichten Start für die Unternehmerin angesichts finanziell schlechter Rahmenbedingungen. Er hofft, dass wie unter Pitzen ein "Klima der Toleranz, des Dialogs und der Bürgerfreundlichkeit" herrschen werde. Darauf baut auch Personalrats-Vorsitzende Maria Hohn. Manfred Pint (SPD-Fraktion) sicherte Bohn "die volle Unterstützung" zu. "Eine glückliche Hand zum Regisseur" wünschte Heinrich Ingenerf (FWG). Ähnlich wie Onnertz auf Kreisebene werde sie es dann schaffen, Mehrheiten im Rat zu finden. Dass Bohn integrierend wirken und gleichzeitig einen offenen Stil prägen wird, glaubt Bernhard Fuchs (Grüne). Heike Bohn fiel gestern auf, dass manch einem das Wort "Bürgermeisterin" noch nicht so leicht über die Lippen gegangen sei. Das will sie ändern, und nicht nur das. Eine "neue Atmosphäre des Miteinanders und Füreinanders" will sie schaffen, das Bürgerengagement fördern und an manchen Stellen den Gürtel enger schnallen. Ihr größtes Anliegen: VG-Rat und Mitarbeiter sollten ihr "zur Seite stehen und nicht gegenüber".