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Wilma Herzog hat die Landesverdienstmedaille erhalten

Landesehrung : Wilma Herzog aus Gerolstein hat die Landesverdienstmedaille erhalten

Wilma Herzog aus Gerolstein hat die Landesverdienstmedaille erhalten. Sie sprach mit uns über ihre große Leidenschaft: die Mundart.

Wilma Herzog aus Gerolstein ist für ihre herausragenden ehrenamtliche Verdienste im kulturellen Bereich mit der Landesverdienstmedaille geehrt worden (der TV berichtete). Dabei war und ist für die 86-Jährige die Bewahrung und Pflege der Mundart eines ihrer größten Anliegen.

Wenn sie als junge Frau auch zwölf Jahre ihres Lebens in New York verbrachte, von 1958 bis 1970 war das – Wilma Herzog ist eine Gerolsteinerin mit Leib und Seele. Sie kennt sich aus in der Historie ihrer Stadt, sie wohnt sogar an geschichtsträchtigem Ort, nämlich unterhalb der Löwenburg.

Sie hat sich kommunalpolitisch engagiert: im Kreis-Kulturausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss des Landkreises, war Mitglied des Kreistages und des Verbandsgemeinderates. Sie hat gleich einen ganzen Stapel an Büchern über ihre Eifelheimat geschrieben, und ist im Heimatjahrbuch und in zahlreichen Sammelbänden mit Gedichten und Geschichten vertreten.

Wilma Herzog gründete den Gerolsteiner Erzählkreis und die Autorengemeinschaft Gerolstein, ist ehrenamtlich für die Kulturdatenbank der Region Trier tätig und gehört der „Gruppe rheinischer Mundartschriftsteller“ an. Dies alles rechtfertige die Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz, hatte Thomas Linnertz, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bei der Feier in Trier erklärt und merkte auch an, dass die Geehrte vor 20 Jahren den weit und breit einmaligen Mundartwettbewerb für Sechstklässler ins Leben gerufen habe. Damit lag er dann aber doch nur nur teilweise richtig. Darauf weist der eigentliche Gründer des Wettbewerbs, Wilfried Mildenberger, nach Rücksprache mit Wilma Herzog den Trierischen Volksfreund hin.

„Damals war ich als Mitarbeiter des Jugendamtes bei der Kreisverwaltung Daun zuständig für die Organisation und Durchführung des jährlich stattfindenden Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels“, erklärt Mildenberger. „Meine Idee war es damals, zur Erhaltung und Förderung des Dialekts neben dem ‚normalen’ Vorlesewettbewerb auch einen Mundartlesewettbewerb durchzuführen.“

Und da sei dann, so Mildenberger, Wilma Herzog ins Spiel gekommen. „Neben anderen Personen wurde von mir auch Frau Herzog als Jury-Mitglied für diesen Wettbewerb berufen.“ Also Jurymitglied, nicht Gründerin, aber angesichts ihres großen Engagements schmälert diese kleine Ungenauigkeit der ADD ja nicht Wilma Herzogs Verdienste.

Und Überhaupt – die Mundart. „Platt sprechen ist wie eine Umarmung“, so bringt Wilma Herzog ihr Faible für die besondere Form der Sprache ihrer Heimat auf den Punkt. Es sei ihr immer ein Herzensanliegen gewesen, Dialektausdrücke zu sammeln und aufzuschreiben und Geschichten und Anekdoten in Platt zu erfahren und zu erzählen. Dass sie unter anderem deswegen die Landesverdienstmedaille bekommen habe, freue sie – auch für alle, die ihre Begeisterung für die Mundart teilten.

„Von den Socken“ sei sie gewesen, als der Telefonanruf mit der Nachricht von der Ehrung kam. Im August feiert Wilma Herzog ihren 87. Geburtstag. Das Alter fordere seinen Tribut, meint sie. „Het hät sesch jerusellt“ (siehe Extra) – so könne man es auf Platt sagen. Da ist sie dankbar für die Unterstützung der Familie, vor allem für die Fürsorge von Ehemann Heinz.