Windkraft im Wald: Der Protest wächst

Windkraft im Wald: Der Protest wächst

Weniger Windkraftanlagen (WKA) im Hillesheimer Wald als beim ersten Planentwurf, dafür mehr im Bereich Wiesbaum-Üxheim-Kerpen-Berndorf und in etwa gleich viele bei Nohn: So will es der Bauausschuss der Verbandsgemeinde (VG) in seiner Empfehlung an den VG-Rat, der heute öffentlich (17 Uhr, Rathaus Hillesheim) tagt. Derweil wächst der Widerstand.

Hillesheim. Zu Beginn der nichtöffentlichen Sitzung des Bauausschusses der Verbandsgemeinde herrscht bereits ungewohntes Treiben im Hillesheimer Rathaus: Transparente und Tafeln mit Parolen gegen Windkraftanlagen (speziell gegen welche im Wald) sind zu sehen, und knapp 20 Windkraftgegner aus Flesten, Nohn und Umgebung sind gekommen, um Bürgermeisterin Heike Bohn Unterschriftenlisten gegen WKA zu überreichen. Die ist anfangs zwar nicht gerade erfreut über den Trubel, dennoch stellt sie sich dem Gespräch mit den Bürgern - was durchaus honoriert wird.
Bereits 680 Unterschriften


Insgesamt sind nach Auskunft der engagierten Bürger bereits 680 Unterschriften zusammengekommen. Aus Nohn und Umgebung haben 240 Menschen unterschrieben, darunter 124 Wahlberechtigte aus Nohn (von 327 Wahlberechtigten), wie die Nohnerin Rabea Steinbach betont. Schäfer Willi Thielen aus Flesten, der in seinem Hof Ferienwohnungen anbietet, überreicht eine Liste mit den Unterschriften von 230 Urlaubsgästen.
Zudem drücken die Bürger jedem Ausschussmitglied ein Schreiben in die Hand, auf dem ihre Position zusammengefasst ist. Darin appellieren sie, keine übereilten Beschlüsse zu fassen, und sich grundsätzlich dagegen auszusprechen, die einmalige Eifellandschaft in einen "Industriestandort für erneuerbare Energien" umzuwandeln. Sie erhoffen sich damit, die Kommunalpolitiker vor deren Entscheidung zur Windkraftplanung im Hillesheimer Land beeinflussen zu können. Ohne Erfolg. Nach TV-Informationen reduziert sich zwar die ins Auge gefasste Vorrangfläche für Windenergie im Hillesheimer Wald im Vergleich zum ersten Planentwurf deutlich. Dafür wird das Areal Wiesbaum-Üxheim nun erweitert, so dass auch Berndorfer und Kerpener Gemarkungen miteinbezogen werden - und diese Gemeinden dann auch von den Einnahmen profitieren. Die Nohner Vorrangfläche soll ähnlich groß bleiben wie ursprünglich vorgeschlagen.
Der Plan wurde nach einem Votum des VG-Rats nochmals überarbeitet. CDU und FWG hatten sich mit ihrem Antrag durchgesetzt, auch die Biotopflächen in die Windkraftplanung einzubeziehen.
Die überarbeitete Planung ist laut TV-Informationen nun erneut dank CDU-FWG-Mehrheit im Ausschuss verabschiedet worden. Das letzte Wort hat aber der VG-Rat, der sich heute in öffentlicher Sitzung mit dem Plan befasst. Die WKA-Gegner sagen unisono: "Natürlich kommen wir." Es könnte demnach eng werden im Rathaussaal.

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