"Wir haben fertig"

"Wir haben fertig" - am 20. Oktober wird in Utzerath zur Dorfkirmes auch die Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses gefeiert. Zwei Jahre nach der Schließung des ehemaligen Gefrierhauses und nach einem Jahr Bauzeit sind jetzt die Arbeiten, weitgehend in Eigenleistung, abgeschlossen.

 Grund zur Freude: das neue Dorfgemeinschaftshaus in Utzerath wurde weitgehend in Eigenleistung gebaut. TV-Foto: Helmut Gassen

Grund zur Freude: das neue Dorfgemeinschaftshaus in Utzerath wurde weitgehend in Eigenleistung gebaut. TV-Foto: Helmut Gassen

Utzerath. Was macht man mit einem alten Gefrierhaus, dessen Unterhaltung sich nicht mehr lohnt? Man kann es abreißen oder umbauen. Genau das, aber beides, hatten die Utzerather beschlossen und haben sich in knapp zwei Jahren hier ein neues schmuckes Dorfgemeinschaftshaus gebaut. Im November 2004 wurde durch einen Beschluss des Ortsgemeinderates das Ende der Gefrieranlage besiegelt. Im Juni 2005 beschloss der Gemeinderat den Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus. Dieser Entscheidung ging eine Bürgerversammlung voraus, bei der der Wille der Bürger zur Eigenleistung deutlich wurde. Ein Zuschussantrag der Gemeinde bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier wurde bewilligt, was eine Anteilfinanzierung des Landes in Höhe von 159 900 Euro bedeutete. Im Mai 2006 beauftragte der Gemeinderat eine Baufirma mit der Erstellung der Bauunterlagen und zugleich mit der Ausschreibung der zu vergebenden Gewerke und stellte den Bauantrag. Mit den Abbrucharbeiten wurde Anfang August 2006 begonnen, und von da an lief alles reibungslos. "Wir hatten immer eine überdurchschnittliche Beteiligung von Leuten, die helfen wollten. Dazu hatten sich schon zu Beginn viele bereiterklärt", freut sich Ortsbürgermeister Erhard Annen.Große Bereitschaft zu helfen

Die Bereitschaft zu helfen war im Dorf von Jung bis Alt vorhanden, denn neben vielen Rentnern waren auch die Jugendlichen bereit, mit anzupacken und das nicht nur wegen des integrierten Jugendraums. Trotz erheblicher Mehrarbeit gelang es, das Projekt nach dem vorgegebenen Zeitplan fertigzustellen. Vom alten Gefrierhaus ist außer einigen Wänden im Untergeschoss nicht mehr viel übriggeblieben. Lediglich im Heizungsraum sind noch einige alte, weiße Fliesen zu sehen, das Öl für die Heizung lagert jetzt im alten Kühlraum, und in der Garage der Gemeinde ist der alte Fußboden vorhanden. 3000 Stunden Arbeit - Erhard Annen hat sie alle aufgelistet - wurden von rund 80 Helfern aus 45 Haushalten (Utzerath hat 190 Einwohner) des Dorfes geleistet, und das sparte natürlich viel Geld. "Was an Mehrkosten anfiel, haben wir durch Mehrarbeit aufgefangen", erzählt Annen stolz. Elektro- und Sanitärarbeiten, Anstrich, Ausheben der Drainagegräben, Pflasterung, Außenanlagen und "tausend Sachen, die nirgendwo aufgeführt sind", so Annen, wurden in Eigenleistung erledigt. Nur Rohbau, Dacheindeckung und Verputzarbeiten wurden von Firmen durchgeführt. 320 000 Euro waren für Um- und Neubau geplant und bei dieser Summe bleibt es auch. 90 Quadratmeter groß ist der neue Festraum, es gibt eine große Küche mit kleinem Lagerraum für Lebensmittel, einen Abstellraum und eine behindertengerechte Toilette im Obergeschoss sowie Toiletten im Untergeschoss. Die Jugend hat viel Platz und angenehme Räume mit einer neuen Ausstattung bis zum Kicker, was sich alles vorbildlich und angenehm präsentiert. "Viele Bürger haben in irgendeiner Form ihren Beitrag geleistet, auf das Ergebnis können wir alle stolz sein", resümiert Erhard Annen. Info: In der Fernsehsendung "Hierzuland" wird am 8. November im SWR-Fernsehen ein Filmbeitrag über Utzerath gezeigt.