Soziales: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Soziales : „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Seit einem Jahr gibt es in der VG Daun die Möglichkeit, mit zwei Bürgerbussen kostenlos in die Kreisstadt und zurück zu fahren. Dass die Zahl der Fahrgäste bisher überschaubar ist, bringt die Initiatoren nicht aus der Fassung.

Der Startschuss ist bereits am 9. Januar vergangenen Jahres gefallen: Es war der Tag, an dem zum ersten Mal ein Bürgerbus fahrplanmäßig durch das Dauner Land gerollt ist. Auf der so genannten Hinterbüsch-Route war er von der Kreisstadt aus über Niederstadtfeld, Schutz, Deudesfeld, Meisburg, Weidenbach, Wallenborn, Oberstadtfeld und Pützborn wieder zurück nach Daun gefahren. Der Bus hat ausnahmsweise auf dem Parkplatz der Kreissparkasse Stopp gemacht und ist hier unter dem Beifall von zwei Dutzend an dem Projekt beteiligten Personen und mit Prosit in Empfang genommen worden.

Drei Fahrgäste hatte der Premieren-Busfahrer Ernst Jaax seinerzeit an Bord gehabt. Es war also noch Platz für weitere Passagiere. Doch an der mangelnden Auslastung hat sich seither nicht besonders viel geändert. Nicht auf der eingangs erwähnten Route 1 und auch nicht auf den weiteren fünf Routen (siehe Info), die seit dem Januar vergangenen Jahres von den beiden Neunsitzern des Vereins „Bürger für Bürger“ und der Ortsgemeinde Sarmersbach von Montag bis Freitag befahren werden. Alle Dörfer der Verbandgemeinde (VG) Daun sowie drei Orte der VG Kelberg werden ein Mal in der Woche angesteuert. Die Fahrer sind ehrenamtlich und unentgeltlich im Dienst. Für die Fahrgäste ist das Angebot kostenlos; nur wer will, kann zur Deckung der Unkosten etwas spenden.

Als Sprecher der beiden Bürgerbus-Initiativen nennen Tim Becker (Bürger für Bürger) und Dieter Treis (Ortsgemeinde Sarmersbach) Fahrgastzahlen von eins bis vier, beobachten aber insgesamt eine leichte Zunahme und eine langsam ansteigende Bekanntheit des Angebots. „Der Ansturm der Fahrgäste hält sich tatsächlich in Grenzen“, räumt der Sarmersbacher Ortsbürgermeister ein. Seine Gemeinde hatte den Neunsitzer auf eigene Kosten angeschafft und organisiert nun die Fahrten in Eigenregie. „Ich bin aber der Meinung, dass es sich in jedem einzelnen Fall, in dem wir einem älteren Menschen den Alltag erleichtern, lohnt“, erklärt Treis. Mit Blick auf die Zukunft sagt er: „Noch stimmen offenbar die Strukturen innerhalb der Dörfer und Familien. Diese werden aber nachweislich in den kommenden Jahren nach und nach wegbrechen. Also sind wir mit dem Bürgerbus auf dem richtigen Weg.“

Davon ist auch Becker überzeugt. „Es wird weiterhin gefahren. Wir werden immer wieder Veränderungen am Fahrplan vornehmen und nach Bedarf neue Haltepunkte einrichten. Wir stellen uns den weiteren Herausforderungen“, betont er. Für beide Bürgerbusse gilt, dass die Verweildauer in Daun den Wünschen der Fahrgäste angepasst wird und der zweite Mittwoch im Monat als „Markttour“ gestaltet wird. In Sarmersbach nutzen Vereine den Bus gelegentlich. Wobei ausdrücklich darauf geachtet wird, die örtlichen Taxiunternehmen nicht zu benachteiligen. In der Struth-Gemeinde wechseln sich zwei Fahrer ab. In Daun stehen etwa ein Dutzend Fahrer zur Verfügung. „Aber es können sich gerne noch weitere Frauen und Männer melden“, erklärt Tim Becker.

Das Bürgerbus-Projekt war nach einer Vorlaufzeit von zwei Jahren an den Start gegangen – als Ergänzung zu den Buslinien des Öffentlichen Personennahverkehrs, als ein besonderes Angebot zu Gunsten der Mobilität und Flexibilität der Senioren, als Raum für Kontakt- und Kommunikationspflege. Nicht nur in der VG gibt es das Angebot – in Rheinland-Pfalz verkehren aktuell 57 Bürgerbusse.

Mehr von Volksfreund