Wirtschaftsfaktor Wald

Der Waldbauverein Daun ist vor 60 Jahren gegründet worden. Mit derzeit 1660 Mitgliedern gehört er zu den größten Vereinen im Kreis Vulkaneifel und kümmert sich um die Interessen von kleinen und großen Besitzern.

Daun/Gerolstein Egal, ob man nur ein paar Bäume oder mehr als hundert Hektar Wald sein Eigen nennt: Beim Waldbauverein Daun sind kleine und große Waldbesitzer willkommen - und das seit nunmehr sechs Jahrzehnten. Mit derzeit 1660 Mitgliedern gehört die Interessenvertretung der Waldbesitzer zu den größten Vereinen im Kreis Vulkaneifel. Als der Verein vor 60 Jahren gegründet wurde, sah die Welt natürlich noch ganz anders aus. Der Zweite Weltkrieg hatte auch im Wald seine Spuren hinterlassen. Holz wurde für den Wiederaufbau gebraucht, jüngere Baumbestände, die noch hätten wachsen können, wurden in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten abgeholzt, damit die Besitzer an Geld kamen.
Unter den Waldbesitzern wuchs die Erkenntnis, sich besser gemeinsam den Herausforderungen zu stellen. So wurde der Waldbauverein (WBV) Daun aus der Taufe gehoben. Bei der Gründung des Vereins 1957 wurden 46 Mitglieder gezählt, die Zahl wuchs stetig über 620 im Jahr 1960, 1028 im Jahr 1970 bis zum heutigen Stand von 1660. Insgesamt besitzen die Vereinsmitglieder des WBV 3700 Hektar Wald - das ist die Hälfte allen Privatwalds im Vulkaneifelkreis. Rein rechnerisch also hätte jedes Mitglied etwa zwei Hektar, aber diese Rechnung geht nicht auf, denn die meisten Mitglieder haben zwischen einem viertel bis zu einem Hektar Wald, erklärt WBV-Geschäftsführer Stephan Schmitz.
Der WBV engagiert sich auch in der Weiterbildung seiner Mitglieder und veranstaltet Exkursionen und Seminare: Themen sind beispielsweise moderne Forsttechnik, Arbeitssicherheit und ökologischer Waldbau. Und nicht zu vergessen: Der WBV kümmert sich über seine Tochterfirma Dauner Wald- und Holzbau GmbH (DWH) um die Vermarktung des Holzes der Mitglieder. "Damit ermöglichen wir auch Mitgliedern, die nur einen kleinen Baumbestand haben, einen Zugang zum Markt", sagt der WBV-Vorsitzende Edgar Stadtfeld. Die Vermarktungsgesellschaft gibt es seit 2014 und ihre Hauptaufgabe ist die Vermittlung von Holz, nicht der Verkauf, stellt DWH-Geschäftsführer Michael Oeffling klar. Er arbeitet eng mit den Privatwaldbetreuungsbeamten (drei davon gibt es im Kreis) der Forstämter zusammen.
Kooperation ist auch mit der Holzindustrie angesagt: "Wir arbeiten am liebsten mit den ortsansässigen Firmen zusammen, damit die Wertschöpfung so weit wie möglich in der Region bleibt", sagt Oeffling. Und seit geraumer Zeit bleibt einiges für die Waldbesitzer hängen, denn die Preise bewegen sich beispielsweise beim Nadelholz auf hohem Niveau. 2015 wurde ein Erlös von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet, berichtet der DWH-Geschäftsführer. Etwas mehr als drei Jahre nach Gründung der Vermarktungsgesellschaft zieht der WBV-Vorsitzende Stadtfeld eine positive Bilanz: "Für uns ist es ein Erfolgsmodell." Die Diskussion um den Versuch des Bundeskartellamts, die Zusammenarbeit zwischen Privatbesitzern und den Gemeinschaftsforstämtern (zuständig für privaten, kommunalen und staatlichen Wald) zu zerschlagen, hat man in Daun relativ entspannt verfolgt. "Bei uns sind die Aufgaben klar geregelt, es gibt keine Grauzone", macht Vorstandsmitglied Andreas Schüller deutlich.Extra: MINISTERIN HÖFKEN IST ZU GAST


Das 60-jährige Bestehen des Waldbauvereins Daun prägt die Mitgliederversammlung am Donnerstag, 6. April, ab 13 Uhr, im Haus Vulkania in Dreis-Brück. Ein Rückblick auf die vergangenen sechs Jahrzehnte steht auf dem Programm, zuvor wird die für die Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz verantwortliche Ministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Grüne) eine Ansprache halten. Weiter ist die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Landesforsten Rheinland-Pfalz und der DWH geplant.