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Wittlicher feiern feucht und fröhlich

Wittlicher feiern feucht und fröhlich

Die Wittlicher haben oft Glück mit dem Kirmeswetter. Und so blieb es auch dieses Mal beim Säubrennerspiel am Freitagabend und während des gesamten Festzugs trocken. Späterer Regen hielt aber die Besucher nicht ab, vor allem am Samstagabend in der Innenstadt und auf dem Rummel kräftig zu feiern.

Wittlich. Wenn in Wittlich Musik auf dem Marktplatz spielt, der Geruch von gebrannten Mandeln oder gerösteten Schweinen in der Luft liegt und sich weithin sichtbar das Riesenrad dreht, dann herrscht Ausnahmezustand, nämlich Wittlicher Säubrennerkirmes.
Und die hat schon am Freitagabend eine große Anziehungskraft. Die Zuschauerfläche im Stadtpark ist gut gefüllt, als der Fanfarenzug der Gerolsteiner Stadtsoldaten musikalisch den Auftakt zum Schauspiel gibt. Bevor allerdings die Stadt vom Ritter Ehrenberg gestürmt werden kann, halten sich die Zuschauer die Ohren zu. Denn die Neuerburger Böllerschützen schießen auch dieses Mal laut und präzise.
"Was soll in Wittlich nachts um zehn passieren?" fragt der Nachtwächter beim Säubrennerspiel. Eine ganze Menge, und das nicht nur im Rahmen der Säubrennersage. Es ist viel los auch nach dem Fackelzug, der vom Stadtpark zum Marktplatz führt. Auf dem Marktplatz ist fast kein Durchkommen, und der Belagerungstrunk findet reichlich Abnehmer.
Glück mit dem Wetter haben auch die Teilnehmer des Festzugs. Gut gelaunt ziehen Blasorchester, Waschweiber, Stadtrat, Reiter und viele andere Gruppen durch die Straßen bis zum Marktplatz.
Dort ist Stadtschreiber Detlef Boor schon vorausgeeilt und auf die Bühne, um den vielen Menschen die einzelnen Gruppen vorzustellen.
Den Abschluss des Zugs machen wie in den Vorjahren die 50-Jährigen. Die machen mit ihrem Motto lautstark auf sich aufmerksam: "Fuffzisch - mia weilen och" und lassen rosa und weiße Luftballons in den Himmel steigen, nachdem sie zuvor schon von ihren Vorgängern auf der Treppe vor der Markus-Kirche begeistert begrüßt wurden. Unter ihnen auch Feuerwehrmann Eduard Nass, der die Uniform des historischen Feuerwehrtrupps trägt und die Aufgabe hat, dem Schutzpatron St. Rochus den Blumenstrauß zu überreichen. Um den Heiligen oben am Rathausgiebel besonders auszuzeichnen, opfert er seinen 50er-Orden und hängt ihn St. Rochus um den Hals.
Als hätte der Wettergott das Ende des Festzugs abgewartet, fing es mit dem ersten Anschneiden der Sau an zu regnen. Doch das hat die Feierlust zumindest am Samstagabend nicht sehr getrübt. ´Viel Betrieb ist auch auf dem Rummelplatz. Hier ist trotz Nieselregen fast kein Durchkommen bei den Fahrgeschäften. noj