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Wo die Mondviolen blühen

Wo die Mondviolen blühen

Der Ernstberg ist nicht nur sagenumwoben, sondern auch sehenswert. Neben schönen Ausblicken bietet der 699 Meter hohe Gipfel bei Daun im Mai und Juni einen besonderen Anblick: Blütenteppiche von Mondviolen.

Hinterweiler. Der Ernstberg (699 Meter hoch) gehört zur Gemarkung Hinterweiler, und in seinen Schatten ducken sich die Orte Kirchweiler und Waldkönigen. Vor Millionen von Jahren durch gewaltige vulkanische Kräfte gehoben, erlaubt der Gipfel des Berges, auf Karten und in der Literatur älteren Datums findet man manchmal auch den Namen Erresberg, weite Blicke ins Land. Mächtige Lavafelsen bedecken seine nahezu vollkommen umwaldete Höhe. Durch den Abbau der harten Basaltlava sind mächtige Höhlen entstanden, die tief in den Berg hineinführen und von Sagen umwoben sind.
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Doch nicht nur diese locken Besucher und Wanderer hinauf, sondern der Ernstberg ist ebenfalls bekannt wegen einer Besonderheit, die man in dieser Fülle anderswo kaum mehr findet. Es ist das Vorkommen der Mondviole - eine selten zu findende Pflanze, meist nur in schattigen Laubwäldern.
Ihre Blüten sind lila oder weiß und duften stark. Die reifen Früchte werfen ihre Fruchtklappen ab, und zurück bleibt eine auffällige Scheidewand. Sie glänzt silbrig und verleiht dem Wald dann eine besondere Stimmung. Dies führte dazu, dass die Blume auch als Silberblatt, Silbertaler oder Silberling bezeichnet wird. Lunaria redidiva nennt sie der Biologe. Und eine Diva ist sie in der Tat.
Im Mai und Juni erblühen die Mondviolen, wachsen in Hülle und Fülle entlang der Wanderwege, ausgedehnte Blütenteppiche zwischen Geröll und Gestein verschönern den Gipfel des Ernstberges zartviolett und verströmen einen erfrischenden Duft, der an Flieder erinnert.
In vielen Lexika wird darauf hingewiesen, dass dies ebenfalls ein ausschlaggebender Grund war, den Ernstberg am 20. September 1978 als Naturschutzgebiet auszuweisen, um so das Vorkommen der Mondviole zu sichern.
Die Frucht dieser Blume ist eine kleine Schote mit wenigen großen, geflügelten Samenkörnchen, getrennt durch eine wie Pergament aussehende Zwischenwand. Diese silbrig schimmernde Scheidewand erinnert viele an den silbrig glänzenden Mond (Mondviole), aber auch an die schändliche Tat von Judas, der Jesus für 30 Silberlinge verriet. So errang diese Blume ihre Namen Judaspfennig oder Judas-Silberling. Im Herbst gepflückt, schmücken deren silbrige und trockene Zweige die Wohnräume.
Die Mondviole steht unter Naturschutz und darf daher nicht gepflückt werden. Aber es gibt sie ja auch in Gartenzentren zu kaufen.