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Woher die Eselsbrücke in Daun ihren Namen hat

Geschichte : Woher die Eselsbrücke ihren Namen hat

Die Dauner „Eselsbrücke“ in der Nähe des Hotzendrees hat in diesem Jahr Geburtstag: Sie wird 125 Jahre alt. Heute ist der Übergang eine stabile Fußgängerbrücke, die sich über die Landesstraße 46 und das Flüsschen Lieser spannt.

Die Geschichte der Brücke ist bewegt, früher wurde sie deutlich stärker beansprucht als heute. Ein Rückblick: 1895 wurde die Bahnstrecke Mayen-Daun-Gerolstein und 1909 die Linie Daun-Gillenfeld-Wittlich eröffnet. Um eine Verbindung zwischen dem Dauner Stadtzentrum und dem Bahnhof zu schaffen, entschieden sich die Planer für die sogenannte „Eselsbrücke“. Sie war eine etwa 40 Meter lange und 1,40 Meter breite Eisenkonstruktion und führte die Passanten trockenen Fußes über die Lieser. 1895, vor 125 Jahren, wurde das Bauwerk fertiggestellt. Ein fast 1,50 Meter breiter und 300 Meter langer Kopfsteinpflasterweg führte dann von der Brücke den „Rammelsberg“ steil hoch in die angrenzende Schweiz- und die Leopoldstraße. Dieser schmale Pfad war so breit wie die Brücke selbst, im Winter und an feuchten Tagen sehr glatt.

Um die Jahrhundertwende gab es zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt ein besonderes Transportmittel. Die Dauner Hotels holten ihre mit der Bahn angereisten Gäste  mit einem Eselskarren auf dem Bahnhof ab, luden das Reisegepäck auf diesen Karren und fuhren damit zum Hotel. Und schon hatte der Übergang seinen Namen, der noch heute geläufig ist, obwohl dort schon lange kein Esel mehr gesichtet wurde

Im Jahre 1963 wurde dann die Umgehungsstraße (Landesstraße 46) gebaut. Dem Bau fiel auch die ursprüngliche Eselsbrücke zum Opfer und wurde durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt, die bereits mehrfach saniert und vor wenigen Jahre komplett erneuert wurde.

Verbindet Bahnhof mit Innenstadt: die Eselsbrücke in Daun. Foto: TV/Mario Hübner
Über das sogenannte „Rammelspedje“ geht es vom Bahnhof zur Eselsbrücke. Foto: TV/Mario Hübner
Die Eselsbrücke in Daun, die auf eine 125-jährige Geschichte zurückbickt, verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt. Fußgänger und Radfahrer kommen so sicher und trockenen Fußes über die L 46 und die Lieser.  Foto: TV/Mario Hübner

Und obwohl auf dem Dauner Bahnhof schon seit etlichen Jahren kein Zugverkehr mehr herrscht, bleibt die „Eselsbrücke“ eine wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und Bahnhof, da dort nämlich der beliebte Maare-Mosel-Radweg zwischen Daun und Bernkastel-Kues startet (oder endet). Vor allem Radfahrer, aber auch Fußgänger nutzen den Übergang für einen Abstecher in die Innenstadt. Dank elektrischer Unterstützung der meisten Fahrräder ist der Besuch der City daher auch kein Mühsal mehr.