Soziales: Worüber das Reden schwerfällt

Soziales : Worüber das Reden schwerfällt

Einrichtungen des Kinderschutzdienstes informieren Lehrer und Eltern über sexuellen Kindesmissbrauchs. Auch ein Theaterstück gehört zur Präventionsarbeit. Die Aufführung vor 600 Schülern ist am 27. November in Daun.

Hauptsächlich Hochzeitsmessen tauchen im Internet unter dem Stichwort „Trau dich“ auf. Es ist aber auch der Titel einer seit fünf Jahren laufenden Kampagne des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Kernstück ist eine Theaterproduktion, die wie die Kampagne „Trau dich!“ heißt. „Es bringt zur Sprache, worüber das Reden in unserer Gesellschaft immer noch schwerfällt“, erklären die Produzenten beim Tourneetheater „Kompanie Kopfstand“ zu ihrem Konzept und Anliegen.

Thematisiert werden anhand von verschiedenen Geschichten Erlebnisse von Kindern durch Übergriffe von Erwachsenen. Ein möglicher Umgang mit schwierigen, unangenehmen Situationen wird ebenso aufgezeigt wie das Recht auf Privatsphäre, körperliche Selbstbestimmung, Schutz vor Gewalt sowie ein Recht auf Aufklärung und Hilfe.  „Wir möchten anstoßen, aufrütteln, inspirieren, berühren, Neues erfahrbar machen“, lautet der Anspruch der Theatermacher. Während der Aufführung wird der Dialog mit dem Publikum gesucht. Die Zuschauer werden am Geschehen auf der Bühne beteiligt.

Eltern, Lehrer und Kinder zu sensibilisieren und dem sexuellen Kindesmissbrauch die Stirn zu bieten: Dafür machen sich auch Menschen in der Eifel seit vielen Jahren beruflich stark. So kooperieren bei dem Projekt „Trau dich!“ als Maßnahmenpaket aus Elternabend, Lehrerfortbildung und Kindertheaterstück (siehe Info) Karin Knötgen und Heide Schmidtmann vom Kinderschutzdienst des Caritasverbands Westeifel, Michaela Panse von Pro familia Gerolstein, Franz-Josef Diederichs vom Kreisjugendamt Vulkaneifel, Monika Neumann von der Lebensberatung Gerolstein, Astrid Pößiger vom Schulpsychologischen Dienst sowie – in Trägerschaft von Don Bosco Jünkerath beziehungsweise Caritasverband Westeifel - die Schulsozialarbeiter Irene Berger-Walk (Realschulen plus Gerolstein und Hillesheim), Anja Leuwer (Realschule plus Jünkerath) und Christopher Illigen (Realschule plus Daun).

Symbol für den vielfach begangenen Kindesmissbrauch in Deutschland: Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes. Foto: dpa/Patrick Pleul

„Kinder müssen in der Lage sein, Nein zu sagen, und Erwachsene sollen Kindern erst einmal glauben, wenn es um sexuellen Missbrauch geht“, lauten zwei ihrer Grundsätze.

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