1. Region
  2. Vulkaneifel

Zahl der Wildunfälle in der Vulkaneifel ist deutlich gestiegen

Polizei : Reh und Sau machen Straßen unsicher

Polizei Daun verzeichnet 2017 mehr Unfälle. Immer öfter ist Wild beteiligt.

Zwei Menschen, beides Senioren, wurden bei Verkehrsunfällen im Jahr 2017 (2016: 4) im Zuständigkeitsbereich der Polizei-Inspektion (PI) getötet: Dieser umfasst die Verbandsgemeinden (VG) Daun, Gerolstein, Hillesheim und Kelberg. Die ebenfalls zum Landkreis gehörende VG Obere Kyll wird von der Polizei Prüm betreut. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 2416 Unfälle, 193 mehr als 2016. Die Zahl der Schwerverletzten sank von 60 auf 53, die der Leichtverletzten hingegen stieg von 131 auf 141.

Hauptunfallursache ist nach wie vor zu schnelles Fahren: Mehr als ein Drittel (38 Prozent) aller Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, ist darauf zurückzuführen. Auffälligster Trend bei der Unfallstatistik aber ist die sehr hohe Zahl an Wildunfällen, die gegenüber dem Vorjahr nochmals stark zugenommen hat.

Hier eine Übersicht:

Wildunfälle: Immer mehr Wildunfälle ereignen sich im wald- und offensichtlich auch wildreichen Zuständigkeitsbereich der PI Daun. Lag die Zahl 2016 noch bei 858, ist sie 2017 auf 1005 gestiegen. „Es gibt offensichtlich viel Wild in unseren Wäldern“, sagt Herbert Etzig, stellvertretender Leiter der PI Daun. Einen Appell an die Jäger, mehr zu schießen, maßt er sich nicht an, sondern appelliert lediglich an die Autofahrer: „In Waldgebieten langsam fahren, um einen Unfall noch verhindern zu können.“ Der Einsatz der blauen Reflektoren an den Leitpfosten jedenfalls habe keinen positiven Effekt mit sich gebracht.

Junge Fahrer: Die Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren stellen immer noch die Risikogruppe Nummer 1 dar. Sie waren 2017 in 536 Unfälle verwickelt, im Jahr zuvor waren es elf weniger. In 82 Prozent aller Fälle haben sie den Unfall verursacht. 22 der jungen Leute wurden schwer, 50 leicht verletzt. In diesem Zusammenhang betont die Polizei nochmals, wie gut und richtig die Einführung des begleitenden Fahrens ab 17 Jahren ist. Etzig sagt: „Da haben wir eigentlich keine Unfälle.“ Verkehrssicherheitsberaterin Natascha Raab-Sauer kündigt derweil an, dass auch 2018 wieder Informationstage an Schulen veranstaltet werden: „Die beiden Dauner Gymnasien haben sich bereits angemeldet.“

Senioren: Autofahren bedeutet für jeden, mobil und unabhängig zu sein. Dies gilt insbesondere für Senioren, da sie vor allem in ländlichen Gegenden auf das Auto angewiesen sind. Dennoch ist auffällig, dass immer öfter ältere Menschen an Unfällen beteiligt sind: 2017 waren es bereits 368, im Jahr zuvor 360, 2014 hingegen nur 291. Bei den 368 Unfällen wurden zwei Menschen getötet, acht Menschen schwer und 20 Menschen leicht verletzt.

Die ansteigende Zahl der Unfälle hat laut Polizei damit zu tun, dass das Durchschnittsalter der Autofahrer im Landkreis steigt. Deshalb will die Polizei Daun in Kooperation mit Fahrschulen und der Kreisverkehrswacht auch 2018 wieder „Auffrischungskurse“ speziell für Senioren anbieten. Natascha Raab-Sauer sagt: „Da das Interesse immens war, werden wir dieses Jahr zwei Veranstaltungen anbieten, im Frühjahr und im Herbst.“

Kinder: Die Zahl der  Verkehrsunfälle, bei denen Kinder beteiligt waren, sank deutlich: von 21 auf elf. Dabei wurde ein Kind schwer verletzt, fünf wurden leicht verletzt. Als Fußgänger angefahren wurde im vergangenen Jahr kein Kind. Die Polizei führt das – unter anderem – auf die Verkehrserziehung zurück.

Motorradfahrer: 2017 gab es im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Unfälle mit Motorradfahrern: 52 (2016: 66). Getötet wurde dabei niemand, es gab aber 15 Schwer- und 24 Leichtverletzte. Vor allem Fahrer über 45 Jahre machen der Polizei Sorgen, da sie immer öfter beteiligt und Verursacher von Unfällen sind. Fast ein Drittel aller Unfälle ereignete sich sonntags, Hauptunfallzeit ist zwischen 12 und 15. Um Erfolge zu erzielen, wird erneut die Präventivmaßnahme „Motorradfahren in der Eifel, aber sicher“ veranstaltet: am Samstag, 21. April, in Wiesbaum.

Alkohol: 2017 gab es 28   Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol im Spiel war (2016: 26). Dabei wurden vier Menschen schwer- und vier Menschen leicht verletzt. Unfälle unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss wurden keine registriert.