Zahlen, die auf den ersten Blick erschrecken

Zahlen, die auf den ersten Blick erschrecken

Die Großgemeinde Üxheim mit ihren sieben Ortsteilen ist die Gemeinde im Hillesheimer Land, die - was die Erstwohnsitze betrifft - zwischen 1999 und 2009 am stärksten geschrumpft ist: von 1463 auf 1370 Einwohner. Das sind 6,4 Prozent.

Üxheim. Üxheims Ortsbürgermeister Alois Reinarz (CDU) war beinahe sprachlos. "Ich kann gar nicht begreifen, dass wir so stark geschrumpft sein sollen. Ich empfinde das jedenfalls nicht so", sagte er, nachdem er vom TV mit der Erhebung des statistischen Landesamts konfrontiert und um eine Erklärung gebeten worden war. "Wir haben über die Ortsteile verteilt Baugebiete ausgewiesen, haben darüber hinaus gut zwei Dutzend Baustellen in Privathand, und ein Problem mit Leerständen haben wir auch nicht." Aber genau im letztgenannten Punkt dürfte die Haupterklärung für das Phänomen liegen: Denn die Häuser, die nach dem Tod des Besitzers von Leerstand bedroht waren, wurden in der Regel rasch wieder verkauft - vorwiegend an Holländer oder Leute aus dem Köln-Bonner Raum. Die nutzen die Immobilie aber zumeist als Wochenendhäuschen. Und schwupps ist - rein statistisch - wieder ein Erstwohnsitz weg. Aber eben auch unter der Woche wird es demnach immer etwas ruhiger im Ort. Das wiederum hat in Üxheim aber vor allem einen anderen Grund. Reinarz sagt: "Wir haben sehr viele Pendler, die im Köln-Bonner Raum arbeiten." Viele nehmen die lange Zeit im Auto in Kauf, weil es erstens eine relativ gute Anbindung an die nur 20 Kilometer entfernte Autobahn 1 gibt, zweitens der Preis pro Quadratmeter erschlossenen Baulands mit 30 bis 35 Euro günstig und die Natur ringsum herrlich ist. "Außerdem haben wir mit Kindergarten, Grundschule, Sparkasse, Arzt, Geschäft, Gastronomie noch eine gute Infrastruktur", sagt der Ortsbürgermeister. In den einzelnen Ortsteilen ist das dann aber doch sehr unterschiedlich. Und da es auch noch immer "viele Kinder und Jugendliche" gebe, ausreichend Bauland zur Verfügung steht und die Gemeinde mit der Baustoffindustrie sowie etlichen mittelständischen Gewerbebetrieben auch Jobs und Ausbildungsplätze vor Ort anbietet, blickt Reinarz optimistisch in die Zukunft. Statistik hin oder her. mh