Zehn Stunden Karajan

Nachdem die Schulgemeinschaft der Leopold-von-Daun-Realschule ihrem Rektor Hans-Peter Leinen bereits im Rahmen einer Sternwanderung und eines Schulfestes Lebewohl gesagt hatte (der TV berichtete), feierten jetzt Klassensprecher, Elternsprecher, Kollegen, Mitarbeiter, Behördenvertreter und weitere Weggefährten offiziell Abschied.

Daun. (bb) Mal afrikanisch, mal französisch gekleidet, mit Zurufen wie "Der Ruhestand naht, dann kommt die große Fahrt" und "Ab in den Süden" eröffnete die Musical-Arbeitsgemeinschaft (AG) des sechsten Schuljahres fröhlich und erfrischend das Programm. Und so frohgestimmt sollte es weitergehen. Denn Hans-Peter Leinen - das betonten alle Festredner - hat viel Lebensfreude und Humor, er ist gesellig und heiter.Konrektor Erwin Kimmling nahm das Motto "Schritt für Schritt" zum Anlass, um den eigenen Weg an der Seite Leinens zu skizzieren. "Die Entscheidung, mit dir zusammen die Realschule zu leiten, habe ich nie bereut", sagte der Konrektor und wünschte ihm besonders mit Blick auf die baldige Ankunft des ersten Enkelkindes "viel Zeit und Muße". Als Stationen des Lebenslaufs und des beruflichen Werdegangs des 1944 in Brilon/Sauerland geborenen Hans-Peter Leinen nannte Regierungsschuldirektor Peter Herrgesell (ADD Trier) Kindheit und Jugend am Niederrhein und in der Eifel, das Abitur in Wittlich, das Studium der Mathematik und Geografie in Mainz. 1969 wurde Leinen Realschullehrer in Cochem, 1974 wechselte er an die Dauner Realschule, wurde dort 1982 Konrektor und übernahm 1994 die Leitung der Kaiser-Lothar-Realschule in Prüm. 2003 kehrte Leinen als Rektor nach Daun zurück. "Auch diese letzten fünf Dauner Jahre waren von hoher gestalterischer Aktivität geprägt", sagte Herrgesell und bewertete die Ernennung zur Medienprojektschule im Mai 2008 als abschließenden Höhepunkt. Der Leitende Regierungsschuldirektor Sigurd Hein überreichte Hans-Peter Leinen die Dankurkunde der Landesregierung.Landrat Heinz Onnertz bescheinigte dem Rektor ein hohes Maß an Beharrlichkeit und Liberalität und fragte rhetorisch, ob er "diese Kinder, dieses Kollegium, diese Schule wirklich verlassen" wolle. "Doch du hast recht", erklärte Onnertz, "denn man soll gehen, wenn es am schönsten ist." Als Vertreter der Realschulrektoren bezeichnete Josef Linden (Trier) Hans-Peter Leinen als "einen liebenswerten Schulleiterkollegen und einen erfahrenen Realschulmann mit einer angeborenen Begabung für den Lehrerberuf". Rektor Hans Schlüter hatte die guten Wünsche der Dauner Schulen in eine stimmungsvolle Ballade über Brot und Wein verpackt. Für den Förderverein der Realschule ehrte Erwin Grohsmann das Gründungsmitglied Hans-Peter Leinen, und die Schulelternsprecherin Brigitte Balling-Kirwel erklärte, dass Rektor Leinen mit verordneten und selbst entworfenen Schritten das Bild der Schule weiterentwickelt habe. Der Personalratsvorsitzende Alois Hayer verband die Wünsche des Kollegiums mit dem Dank für Vertrauen und Vertrautheit, für Offenheit, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit und überreichte Wanderstöcke und eine CD ("zehn Stunden Karajan").Bevor Hans-Peter Leinen sich für die Gestaltung des dem Festprogramms, die ergreifenden Beiträge und lobenden Reden bedankte, einen humorvollen Rückblick auf sein Leben hielt, sich ans Klavier setzte und schließlich seinen Hut nahm, hatte ihm der Projektchor des Lehrerkollegiums zwei Lieder zum Abschied gewidmet, waren Schülerinnen der Tanz-AG aufgetreten, hatten (bereits entlassene) Zehntklässler das Spiel "Wer wird Kuchenkönig?" inszeniert, hatten die Klassensprecher ihrem Schulleiter den Eintritt in den Ruhestand versüßt und hatte die Schulband "Abschlussklänge" gespielt.