Zeichen der Mahnung hoch über Hillesheim

Hillesheim · Der Hillesheimer Ruhestandsgeistliche Hermann Meyer (85) ist der Initiator zur Errichtung eines "Mahnkreuzes zur Bewahrung der Schöpfung" auf einem Bauschuttberg in der Gemarkung Kyllerhöhe. Dabei wird er von der Interessengemeinschaft Eifelvulkane unterstützt. Am 18. Oktober ist die Einsegnung im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes.

Hillesheim. Hermann Meyer liebt die Berge, und oft schon in seinem Leben hat er an einem Gipfelkreuz gestanden. Seit er - nach seiner aktiven Priesterzeit in Mosbach im Rhein-Neckar-Kreis im Jahr 1993 in seine Geburtsstadt Hillesheim zurückkehrte, hatte er die Eifelberge im Blick. "Dabei kommt man um das Thema Gesteinsabbau nicht herum", sagt Hermann Meyer.
Er fotografierte, machte sich Notizen und erstellte im vergangenen Frühjahr eine reich bebilderte Dokumentation mit dem Titel "Die Narben der Eifel". An einer Stelle seien die Wunden und Narben in der weiten Landschaft besonders deutlich zu sehen, betont Meyer - nämlich von dem Bauschuttberg auf Kyllerhöhe aus. "Dort sieht man vier Abbaustellen auf einmal", sagt er. Und bedauert: "Wo vorher Wiesen waren, sind jetzt Schotterberge und Mondlandschaften."
Durch den Kontakt mit der Gerolsteinerin Resi Schmitz von der 2010 gegründeten Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt der Eifelvulkane habe die Idee von einem Mahnkreuz auf Kyllerhöhe Gestalt angenommen, erklärt Meyer. Das drei Meter hohe Holzkreuz ist inzwischen errichtet. Am Sonntag, 18. Oktober, um 14.30 Uhr wird es in einem ökumenischen Gottesdienst, an dem auch der evangelische Pfarrer Thilo Müller beteiligt ist, eingesegnet. Mit dabei sein wird auch ein Bläserensemble des Musikvereins Hillesheim.
Die Gottesdienstgemeinde solle sich auf der alten Römerstraße (hinter Hillesheim rechter Hand in Richtung Walsdorf) am Fuß des Schuttberges versammeln, bittet Meyer. Er selbst hält die Predigt. Das Thema lautet "Die Zukunft der Schöpfung ist die Zukunft der Menschheit".Extra

Zeichen der Mahnung hoch über Hillesheim
Foto: (e_gero )

Von den Firmen, die in der Nähe von Hillesheim Gestein abbauen, wollte sich keine auf TV-Anfrage zur Errichtung des Kreuzes äußern. Angefragt hatten wir bei der Baufirma Backes, auf deren Gelände das Kreuz steht, bei RPBL und bei Lava-Stolz. Ein Sprecher von Lava-Stolz gab zwar kein Statement zum Kreuz ab, äußerte sich dennoch. Er nannte den angekündigten Bericht den Versuch, "Unternehmen öffentlich anzuprangern" - und er drohte "bei unrichtigen Veröffentlichungen, die unser Unternehmen betreffen" gegebenenfalls "Klagen wegen Verleumdung" an. mh

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