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Zentrale Präventionsstelle der Trierer Polizei besucht das Land

Polizei : Offene Garagen, geschlossene Rollos

Die Präventionsstreife des Polizeipräsidiums hat in der Vulkaneifel über  Einbruchschutz informiert.

Gemütliche Ruhe liegt über Boverath. Kaum ein Auto ist am späten Morgen in dem Dauner Stadtteil unterwegs. Viele Anwohner scheinen zur Arbeit gefahren zu sein oder erledigen Besorgungen. Auf den Straßen ist kaum jemand unterwegs. Marc Powierski vom Trierer Polizeipräsidium deutet auf ein schmuckes, gut gepflegtes Haus und sagt: „Eine Angewohnheit vieler Leute ist hier schön zu beobachten. Bevor sie gehen, lassen sie die Rollladen herunter, weil sie sich schützen wollen, dabei ist das ja quasi ein rotes Leuchtsignal für Einbrecher: Achtung, hier ist niemand zu Hause.“

Acht Polizeibeamte arbeiten im Beratungszentrum „Zentrale Prävention“ des Polizeipräsidiums in der Trierer Gneisenaustraße. „Täglich werden dort Eigentümer und Mieter in Sachen Einbruchschutz beraten“, sagt der polizeiliche Einbruchschutzberater Michael Lui. Als sogenannte Präventionsstreife rücke man aber auch mit Kollegen des 2017 gegründeten Polizeipräsidiums Einsatz, Logistik und Technik (siehe Info) aus und besuche Wohngebiete, um vor Ort die Bürger auf Schwachstellen hinzuweisen oder einfach auch, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

„Wichtig ist nämlich, dass wir nie mit erhobenem Zeigefinger um die Ecke kommen. Das wäre einfach nicht sinnvoll. Wir können aber die Leute auf mögliche Probleme hinweisen“, sagt Lui, während Powierski an einer Haustür schellt. Nichts tut sich, niemand öffnet die Tür, dabei ist ein Fenster gekippt und das Tor zu einer Garage steht sperrangelweit offen.

„Wir sehen dieses Szenario recht häufig. Auf dem Land ist es ja nicht unüblich, Türen oder Tore offen zu lassen, das kann Jahre gut gehen“, sagt Powierski und ruft in das Gebäude hinein. Wenige Meter neben der Tür liegt eine hochwertige Bohrmaschine: „Die könnte schnell, selbst ohne Einbruch einfach eingesteckt werden.“

Kollege Herbert Schäfer hat beim gegenüberliegenden Haus mehr Erfolg. „Es gab nichts auffälliges. Die Frau war aber sehr interessiert und hat nun unsere Informationsbroschüre“, sagt er. Generell seien die Anwohner meist interessiert. „Negativ reagiert eigentlich so gut wie niemand auf unseren Besuch. Manchmal sind die Leute etwas erschrocken, wenn wir in Uniform vor der Tür stehen, aber das legt sich sehr schnell, wenn wir uns erklären“, sagt Lui.

Zielstrebig geht er auf das nächste Haus zu und prompt gibt es den Vorführeffekt. Angeregt unterhält er sich mit der Frau, die ihm die Tür öffnete, schüttelt ihr die Hand und kommt zurück. „Nein, negativ war das wieder nicht, aber sie wollte mir, was ja nicht verkehrt sein muss, erst nicht recht glauben, dass ich Polizist bin“, sagt er und lacht. „Nachdem ich mich auswies, redeten wir dann aber doch noch über den Einbruchschutz“, sagt Lui.

Fehlende oder mangelhafte Sicherheitstechnik sei übrigens häufig gar nicht das dringendste Problem: „Es sind eher Verhaltensweisen, die Probleme machen. Viele meinen es gut, weisen aber durch so Sachen wie heruntergelassene Rollos nur noch mehr darauf hin, dass ein Haus gerade leer ist“, sagt Lui. Und auch auf gekippte Fenster müsse man immer wieder hinweisen. „Gekippte Fenster sind im Grunde offene Fenster - selbst wenn sonst weitere Sicherheitstechnik mit dran ist“, sagt Powierski.

Eine Ratgeber-Broschüre des Bundes zählt so auch sechs goldene Verhaltensregeln auf. Selbst bei einem kurzen Verlassen des Hauses, solle die Haustür abgeschlossen werden.  Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollen geschlossen werden. Schlüssel sollten niemals irgendwo versteckt werden – Einbrecher fänden jedes Versteck. Gehe ein Schlüssel verloren, solle der Schließzylinder gewechselt werden. Generell solle man aufmerksam sein und auf fremde Gesichter achten – gebe man dann zudem keine Hinweise darauf, wenn man abwesend sei, habe man schon einiges erreicht.

Übrigens sei man, das betonen die Polizisten ausdrücklich, komplett unabhängig und unparteiisch. „Wir arbeiten mit keiner speziellen Sicherheitsfirma zusammen. Wer Rat braucht, bekommt ihn. Wenn jemand handwerklich begabt ist und zum Beispiel einen Querriegel selber an eine Tür anbringen könnte, bekommt er von uns auch Rat, auf was er dabei achten muss“, sagt Lui.

Informationen unter www.polizei.rlp.de, per Mail an beratungszentrum.trier@polizei.rlp.de oder unter Telefon 0651/20157566