Zu wenig Resonanz aus der Region

Zu wenig Resonanz aus der Region

Mit einem Etat von rund 67 500 Euro haben die Kur- und Freizeitbetriebe der Stadt Daun im vergangenen Jahr 17 Veranstaltungen auf die Beine gestellt und am Ende 3500 Euro Plus gemacht. Bei der Veranstaltungsreihe "Klassik auf dem Vulkan" kamen weniger Gäste als erhofft.

Daun. Mit 17 eigenen Veranstaltungen im Jahr 2010 (inklusive Klassik auf dem Vulkan) ist das Programm der Kur- und Freizeitbetriebe der Stadt Daun eher übersichtlich ausgefallen. Aber das war auch so gewollt. "Das Programmangebot wurde zurückgefahren. Weniger kann auch mehr sein. Wir machen nur das Programm, das unsere Gäste auch wollen. Es gibt keine große Experimentierfreudigkeit. Dafür ist das Risiko zu groß", sagt Thomas Räthlein, Leiter der Kur- und Freizeitbetriebe.

Rund 67 500 Euro gaben die Kur- und Freizeitbetriebe Daun im vergangenen Jahr aus. 47 500 davon allein für die Veranstaltungsreihe Klassik auf dem Vulkan. Auf 2000 Zuschauer hatte Räthlein gehofft, es kamen jedoch nur 1200. Trotzdem ist er zufrieden. "Wir müssen sicher noch mehr im Marketing tun. Allerdings muss dafür mehr Geld aufgewendet werden", sagt er. Grund für die niedrigere Besucherzahl sei unter anderem das Wetter, was besonders bei der Eröffnungsveranstaltung deutlich geworden sei, aber auch die Bevölkerung nehme die Veranstaltungsreihe offensichtlich nicht genügend an und wahr. "Ich finde es schade, dass die Nachfrage aus der Region zu schwach ist. Wenn man bedenkt, dass teilweise Gäste von weither kommen", sagt Räthlein. In Künstlerkreisen hat Klassik auf dem Vulkan einen guten Ruf: "Alle Künstler, die hier auftreten, sagen, es ist eine tolle Idee mit einem tollen Ambiente und einer sehr guten Organisation. Die sind absolut zufrieden, die Veranstaltung hat hohes Niveau."

Insgesamt fünf der 17 Veranstaltungen endeten mit einem Minus. "Was sehr gut lief, waren beispielsweise die Gastspiele von Bernd Stelter und Konrad Beikircher oder das Konzert der Gruppe Basta. Was schlecht lief, war etwa das Neujahrskonzert 2010, das mit 200 Besuchern nicht meinen Vorstellungen entsprach. Ich habe dafür keine Erklärung. Es war ein renommiertes und gutes Orchester, die Resonanz war für mich enttäuschend."

Unter dem Strich berichtet Räthlein von einem kleinen Plus von 3500 Euro.

Meinung

Ursachenforschung erforderlich

Seit 2005 gibt es die Konzertreihe "Klassik auf dem Vulkan", die sich zwischenzeitlich einen guten Namen in der Szene erworben hat. Das Programm ist ansprechend, im vergangenen Jahr war mit dem Klarinettisten Giora Feidman ein Künstler mit Weltruf in Daun, aber dennoch lässt das Publikumsinteresse nach wie vor zu wünschen übrig. Auch im vergangenen Jahr: Statt erhoffter 2000 Zuschauer kamen 1200. Ein Umstand, über den gesprochen werden sollte. Dabei geht es nicht um die Konzertreihe an sich, sie muss erhalten bleiben, auch weil sie längst ein Aushängeschild der Stadt ist. Ursachenforschung, warum nicht mehr Gäste kommen, ist aber notwendig. Zielt der Begriff "Klassik" nicht auf eine zu kleine Zuschauerklientel? Warum nicht auch "Pop auf dem Vulkan" oder "Jazz auf dem Vulkan", um andere Zielgruppen zu erschließen? Um mehr Zuschauer anzulocken, sollten die Organisatoren darüber nachdenken, vor allem dann, wenn sich auch weiterhin eine Kluft auftut zwischen Hoffnung und Wirklichkeit. s.sartoris@volksfreund.deEXTRA Programm: Die Auftaktveranstaltung für Klassik auf dem Vulkan 2011 ist am 26. Juni in der Thomas-Morus-Kirche in Daun. Ein 100-köpfiger Projektchor, auch mit Mitgliedern aus der Region, sowie ein 40-köpfiges Orchester sind bei der Aufführung von Carmina Burana dabei. Die erste Freiluftveranstaltung ist am 2. Juli auf dem Burgberg in Daun. Auftreten wird Konrad Beikircher mit Band. German Brass, ein Blechbläserensemble mit internationalem Renommee, gastiert am 9. Juli am Gemündener Maar. Als Abschluss am 30. Juli spielen Thomas Schwab und Band James-Bond-Melodien am Gemündener Maar. Auch im Forum treten bekannte Künstler auf. So gastiert beispielsweise Paul Panzer am 2. Oktober in Daun.

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